Woche 9. Ende des Mutterschutzes

Woche 9. Ende des Mutterschutzes

Der Mutterschutz ist vorbei. Wir kriechen aus unserem wohlbehütetem Nestchen. Als hätten wir das nicht schon längst getan, jedoch ist dieses Gefühl noch einmal ein anderes. Nun ist die Elternzeit angekommen. Zwei Jahre liegen vor mir und ich kann es kaum erwarten.

Mama

Der Terminkalender ist voll. Überfüllt. Bricht aus allen Nähten. Freunde, Rückbildungskurs, Babymassage, Oma-Tag und ganz dazwischen wird noch fleißig für den Blog produziert und fotografiert. Ganz davon abgesehen, dass ich mir meinen Traum von einem eigenen Buch erfüllen möchte. Also so ganz nebenbei, irgendwo dazwischen. Puh… Nicht zu vergessen, dass ich noch einen Hund und einen Ehemann habe, die ebenfalls meine Liebe und Aufmerksamkeit benötigen.

An erster Stelle wird jedoch der Kleine stehen. Das ist in meinem Blut. Wenn er mich braucht, werde ich da sein. Wenn er weint, lacht, neues entdeckt, schmollt, Angst oder etwas zu erzählen hat, dann bin ich da. Das ist ein Versprechen, welches ich ihm von Sekunde eins an gegeben habe.

Aber mal ganz von Anfang. Wie sieht denn eigentlich unser Alltag nach 9 Wochen aus?

Unser Tag beginnt um circa 7 Uhr, dank der Zeitumstellung. Die Nächte sind bislang weiterhin schwierig. 3 1/2 Stunden Schlaf und danach kommt er beinahe stündlich. Er hat Bauchschmerzen, krümmt und quengelt. Ich hoffe, dass sich mit den bekannten drei Monaten die Verdauung endlich eingespielt hat. Ende der 8. Woche hatten wir sogar eine richtig gute Nacht. 4 1/2 Stunden und dann noch einmal 2, bevor die Bauchschmerzen anfingen. Geholfen hat ihm scheinbar die Massage – kreisrunde Bewegungen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel und ebenfalls an den Fußsohlen.

Nachts wickle ich ihn kaum noch, nur, wenn er sowieso schon wach ist. Dafür bekommt er vor dem Schlafengehen eine Windelgröße Größer an. Der Ablauf am Morgen ist beinahe immer derselbe. Er wird gewickelt und während ich mich fertig mache, wartet er in seinem/unserem Bett und schaut durch das Fenster. Ich versuche, seine Wachphase am Morgen bestmöglich zu nutzen. Zum Duschen lege ich ihn mir mit einer großen und dicken Decke vor die Dusche, beim Föhnen wandert die Decke einfach mit.

Unten angekommen bekommt der Hund sein Essen und er kann sich im Garten lösen. Währenddessen kommt der kleine Mann in den Tripp Trapp und schaut mir beim Schnippeln und Schmieren meines Frühstückes zu. Auch der tägliche Fenchel-Anis-Kümmel Tee darf dabei nicht fehlen. Manchmal schaffe ich es noch zu essen, während er in seinem Tripp Trapp liegt, aber in der Regel wird er genau zu diesem Zeitpunkt müde, so dass ich mein Frühstück einarmig genießen darf. Oder mit einem Stillkissen stillend auf meinem Schoß.

Der Kleine schläft (leider) noch nicht gerne alleine. Beziehungsweise schläft er in seinem Laufstall maximal 45 Minuten und auf mir bis zu drei, warum also ihm die Ruhe und Geborgenheit nicht geben? Sofern der Tag es zulässt, lege ich mich also auch mal 2-3 Stunden mit ihm auf die Couch, lese ein Buch oder gucke auch noch mal ganz leise Fernsehen. Bin ich mal aktiver unterwegs, wird er kurzerhand in die Babytrage geschnallt und das Haus wird auf Vordermann gebracht. Manchmal schnappe ich mir auch meinen Laptop und den Gymnastikball und wippe und arbeite gleichzeitig. Denn stehenbleiben ist keine Option.

Mittlerweile haben wir jedoch immer mehr Termine. Montagabend findet der Rückbildungskurs statt und mein Mann passt auf unseren Sohn auf. Dienstagvormittag haben wir einen Kurs für eine Babymassage. Mittwoch und/oder Donnerstag folgt dann entweder der Oma-Tag oder das Babyfrühstück mit meinen Mädels. Dazwischen kommt dann vielleicht auch noch einmal die Hebamme, Impftermine sowie Untersuchungen stehen an und viele Freunde stehen noch in der Warteschlange. Langeweile kommt derzeit definitiv nicht auf.

Am Abend folgt wieder die Routine. Gegen 20 Uhr wird es Zeit für unser Abendritual. Unten wird noch eine Seite gestillt, der Papa nimmt das Kind ab zum Wickeln, währenddessen ich mich im Bad fertig mache und im Bett folgt die zweite Seite. Ja, nach wie vor gehe ich mit meinem Kind um 9 Uhr ins Bett. Da er noch so unregelmäßige und kurze Schlafphasen hat, genieße ich jede Minute, die ich bekomme.

Der Oma-Tag ist mittlerweile wirklich das Beste, was ich eingeführt habe. Ich schaffe endlich wieder mehr. Egal, ob für den Blog oder im Haushalt und was Ordentliches zu Essen gibt es morgens und mittags auch noch. Dazu schafft es noch Vertrauen. Nicht, dass ich meiner Mutter nicht vertraue. Jedoch ist jede Erziehung anders, jede Generation hat andere Ansichten und vor allem jeder Mensch. Gemeinsam kommen wir so auf einen gemeinsamen Nenner und das schafft einfach noch mehr Vertrauen.

Ich bin wirklich gespannt, wie lange sich unser Alltag so gestalten lässt. Momentan ist eine gute Organisation und die richtige Prioritätensetzung das Wichtigste. Und der Haushalt steht definitiv nicht auf Nummer 1 meiner Prioritätenlsite. Auch, wenn der Kleine sich ungern weglegen lässt, ist es sicherlich noch um einiges schwieriger, wenn er ersteinmal anfängt zu krabbeln oder zu laufen.

Baby

Bei unserem Schatz hat sich einiges getan. Mittlerweile ist er viel länger wach, findet vor Neugier schwerer in den Schlaf (hier hat übrigens das Geräusch eines Föhns Wunder bewirkt), lacht viel, quasselt uns bereits jetzt in Grund und Boden und kann sein Köpfchen längere Zeit selbst halten.

Nach dem Acht-Wochen-Schub fängt er nun auch an, seine Fäustchen mit dem Mund zu entdecken sowie vereinzelnd andere Gegenstände, die ihm in den Weg kommen. Und Gegenstände, die über ihm baumeln, versucht er zu berühren/greifen, auch wenn es ihm noch nicht gelingt.

Regelmäßig sortiere ich nun seine Kleidung ein und aus. Schaue immer mal wieder, was ihm nun passt. Wir sind aktuell bei Größe 62 angelangt, sogar Windelgröße Nummer 3 steht in den Startlöchern. Leider fallen die gleichen Kleidergrößen verschiedener Hersteller unterschiedlich aus. Und so manche Stücke möchte ich ungern verpassen. Es wäre zu schade, wenn er etwas überspringt. Leider kann man das oft nicht verhindern.

Schnuller, Pucken und Federwiegen sind bei uns aktuell ein großes Thema. Mit dem Schnuller hatten wir es anfangs einmal versucht, doch er wollte ihn nicht. Mittlerweile fragte ich mich dann doch, ob es ihm gerade in der Nacht helfen könnte. Ich habe absolut nichts dagegen, aber wenn man bereits 9 Wochen ohne Schnuller „geschafft“ hat, fragt man sich, ob es überhaupt notwendig ist. Einmal im Auto hat es ihn wirklich bis in den Schlaf beruhigt, aber immer wieder komme ich ins Grübeln, wenn ich Mütter sehe, die ihren Kindern permanent den Schnuller wieder reinstopfen oder in Panik verfallen, wenn sie ihren vergessen haben oder nicht wieder finden. Letztendlich habe ich nun einen Notfallschnuller dabei, aber in der Nacht hat er diesen bisher auch abgelehnt.

Das Pucken hatten wir nachts noch einmal ausprobiert, jedoch ohne Erfolg. Die Wachphasen bleiben dieselben. Und Federwiegen, damit ich ihn tagsüber auch mal alleine schlafen legen kann, ist ein Thema für sich. Gute Federwiegen sind meist recht kostspielig, mieten kommt für mich nicht in Frage und ja, irgendwie genieße ich auch unsere gemeinsamen Kuschelstunden und vielleicht merkt er es einfach. Jedenfalls bleiben wir am Ball, werden ihn erneut versuchen wegzulegen und vielleicht können wir das sogenannte „weiße Rauschen“ noch vermehrt dafür nutzen.

Meine Erkenntnisse nach 9 Wochen Mutterschutz/Wochenbett

  • Ruhe, Ruhe, Ruhe!
  • Cool bleiben und sich nicht von anderen beeinflussen lassen
  • Immer auf das Bauchgefühl hören
  • Rituale einführen
  • Ausprobieren und sich viel trauen
  • Multitasking ist alles
  • Beim Stillen am Ball bleiben. Es wird besser

 

 

Mein wöchentlicher Bericht über das Wochenbett ist mit diesem Beitrag beendet. Jedoch möchte ich Euch weiterhin monatlich auf dem Laufenden halten. Es folgt noch ein ausführlicher Bericht in der kommenden Woche über meine Tipps für das Wochenbett und noch viele weitere Beiträge Rund um das Thema Hund, Schwangerschaft, Mamaleben und meiner Liebe zu Büchern. Lasst mich gerne wissen, wie euch die Berichte gefallen haben und welche Wünsche ihr habt.

 

Eure Madeleine Sophie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.