Woche 4. Vorbereitung.

Woche 4. Vorbereitung.

Der erste Monat neigt sich dem Ende und damit auch der erste Monat der Elternzeit meines Mannes. Diese Woche lief unter dem Motto „Vorbereitung“, denn ganz bald fehlen im Alltag zwei helfende Hände und eine tröstende Schulter, die so häufig gebraucht wurden.

Jedoch freue ich mich auch auf die neue Aufgabe. Dann heißt es, dass ich mir meinen Alltag nach meinem Rythmus gestalten und noch einmal viel intensiver und anders die Beziehung zu meinem Kind aufbauen kann. Man neigt bei Hilfe immer in eine Art Komfortzone zu gelangen und diese macht einen ängstlich und unselbstständig. 

Mama

Ein Baby zu haben, bedeutet, seine Prioritäten komplett neu zu sortieren und zu ordnen. Denn stundenlanges Fernsehen, im Internet versinken oder die Zeit sinnlos zu verschleudern, gibt es für mich nicht mehr. Zumindest nicht mehr jeden Tag. Es gibt Tage, da kann ich mein Baby nicht einmal weglegen. Dann bin ich förmlich gefangen, denn auch mit Babytrage lässt sich nicht alles machen, was man möchte. Und wenn es dann mal 1-2 Stunden gibt, wo der Kleine in seinem Nestchen o.ä. schläft, dann will die Zeit sinnvoll genutzt werden. Nur wie? Mit Putzen? Sicherlich nicht. Dann heißt es wirklich, sich zu entscheiden!

Da mein Mann nun bald wieder seinem Beruf nachgeht, wollten wir in dieser Woche alles gemeinsam unternehmen, was ich bald alleine machen werde. Von einkaufen bis spazieren gehen mit dem Hund, mal mit Trage, mal mit dem Kinderwagen, war alles dabei.

Auch mein erstes Babyfrühstück mit meinen Freundinnen stand an. Das erste Mal alleine Auto fahren, wo ich doch meist am liebsten bei meinem Kind auf dem Rücksitz sitze.

Das war ein Akt, kann ich euch sagen. Nachdem ich eine halbe Stunde versucht habe im Auto einen Spiegel anzubringen, um mein Kind auch während der Autofahrt zu sehen, hat er in einer halben Stunde, die wir unterwegs waren, ganze 4 Mal geschrien. Und ich? Ich habe Disney-Lieder geträllert und letztendlich die Spotify-Playlist angeschmissen, als mir nach zwei Strophen keine weitere mehr einfiel. Gut, dass es keine versteckten Kameras gibt. Sagen wir mal so, es hat bedingt geholfen. Aber! – Es tat gut ins kalte Wasser geschmissen zu werden, denn ich bin nun viel entspannter geworden, wenn es darum geht, alleine mit dem Baby wegzufahren.

In der vierten Woche wagte ich mich nun auch wieder an Besuche. Abends gestaltet sich das wirklich schwierig, denn da wird er müde, quengelig und nach wie vor endet unser Tag um 20:00/21:00 Uhr. Besuche jedoch auf einen Vormittag zu schieben, ist unter der Woche leider kaum möglich und alle Besuche am Wochenende abzuarbeiten, die sich die letzten Wochen aufgestaut haben, enden wohl meist im Stress. Hier heißt es einfach Ruhe bewahren, kein schlechtes Gewissen zu bekommen und alle noch einmal nach und nach zu vertrösten. Oder wie war das mit den Prioritäten?

Die Besuche der Hebamme verringerten sich nun auf einmal in der Woche. Alles scheint zu klappen, auch wenn nicht alles perfekt ist. Das Baby wiegen, ein wenig Wochenbettgymnastik, aufgestaute Fragen klären und schon waren wir wieder auf uns alleine gestellt. Und auf unser Bauchgefühl.

So langsam entwickle ich mich auch zum „Stillprofi„. Die Schmerzen verschwinden und es werden immer weniger Kissen, die ich mir bereitlegen muss. Ich habe mir immer die größten Sorgen gemacht, wenn ich unterwegs stillen muss, wo ich meine Stillkissen nicht zur Verfügung habe. Aber es geht, man muss es nur versuchen.

Baby

In Woche 4 knackten wir die 4 Kilogramm. Windeln in Größe 2 stehen nun an und auch die 50er Kleidung passt nur noch vereinzelnd. Ich musste außerdem feststellen, dass ich viel zu wenige Hosen in der nächsten Größe habe. Verdammt. Daher hieß es – ab zum Flohmarkt – der im Herbst leider wortwörtlich ins Wasser fiel. Nachteil – kaum Stände, da kein richtiger Babyflohmarkt. Vorteil – die Babykleidung wird förmlich rausgeschmissen, damit man wenigstens nicht alles wieder mit nach Hause nimmt. Unsere Ausbeute waren dann leider nur zwei Bodys und zwei Hosen und dann noch nicht einmal in der benötigten Größe… hmpf…

Auf Anraten unserer Hebamme ging es in Woche 4 auch zum Osteophaten. Dieser stellte eine Blockade im Becken, Wirbelsäule sowie Halswirbelsäule fest. Diese wurden von ihm gelockert. Ganze vier Wochen sollen wir nun Übungen mit ihm machen und nach und nach soll sich eine Besserung einstellen. Wir waren wirklich fasziniert von der Praktik. Ein unglaublich toller und einfühlsamer Mensch, der uns alles erklärte und sich viel Zeit nahm. Vielleicht werde ich selbst auch mal dort vorstellig.

Die Nächte sind weiterhin unruhig, leider hat er vermehrt mit Verdauungsprobleme zu kämpfen. Doch das ist bei Neugeborenen ja keine Seltenheit. Fencheltee scheint etwas Besserung zu schaffen, alles andere wirkt leider kaum.

Meine Erkenntnisse nach der 4. Woche:

  • Prioritäten müssen neu gesetzt werden
  • Ich bin nicht nur Mutter, sondern auch Frau. Freiräume schaffen und mal etwas für sich tun
  • Das Baby wächst einfach zu schnell – Bilder machen!
  • Alles klappt, wenn man sich traut.
  • Eine gute Vorbereitung baut Stress ab
  • App-Tipp um mit der Familie Babybilder zu teilen: Lifecake
  • Auf genügend Kleidung achten. Unvorstellbar wie oft die hier Waschmaschine läuft

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