Woche 3. Zurück ins Leben.

Woche 3. Zurück ins Leben.

Wie wird das Leben mit Baby sein? Werden wir noch spontan sein können oder sind wir an unser Zuhause gefesselt? So oft sind wir einfach spontan irgendwo hingefahren. Sei es, um etwas zu essen oder zu unternehmen.

In Woche 3 bekam ich Hummeln im Hintern. Trotz anhaltender Stillschwierigkeiten, wollte ich wieder zurück ins Leben. Dabei hatte ich gerade erst meinen zweiten Milchstau hinter mir. Jedoch ensteht Stress meist nur, wenn man sich stressen lässt. Endlich wieder etwas Selbstständigkeit zurück zu bekommen, etwas für mich und meine Seele zutun, kam mir wie das Richtige vor. Und ich wurde auch nicht enttäuscht.

Nach einem Spaziergang mit Kinderwagen wollte ich spontan mit meinem Mann ein Eis essen fahren. Immerhin blieben uns noch circa 2 Stunden bis Windel und Milch wieder fällig waren. Der Startschuss. In Woche 3 haben wir uns dann noch an unseren Wocheneinkauf zu dritt und in ein Möbelhaus gewagt. Bis auf den Einkauf haben wir alles mit der Babytrage gemeistert. Mein neuer Alltagsbegleiter für mehr Selbstständigkeit. Willkommen zurück im Leben.

Zuhause hieß es dann wieder entspannen, stillen und die Ruhe genießen. Und allem voran – weg vom Perfektionismus. Mein Mann kümmerte sich hauptsächlich um den Haushalt und ich versuchte endlich abzuschalten. Das, was man im Wochenbett auch tun sollte.

Also begann ich mir Bücher auf meinen E-Reader zu laden, Zeitschriften zu lesen, Geschenke auszupacken, Babykleidung wieder einzusortieren,… der Alltag war wieder angekommen. Auch, wenn er natürlich völlig anders ist. Unseren Tag bestimmt nun unser Sohn. Wir richten uns nach seinen Schlaf-, Still- und Wickelphasen, können ihn nach wie vor nicht weglegen und auch das Stillen dauert bei uns noch mindestens 1-2 Stunden.

Oftmals mag man gar nicht aufstehen, wenn das Kind friedlich auf einem eingeschlafen ist. Gerade dann gestaltet sich das Frühstücken, Mittag- oder Abendessen ziemlich schwierig. Meist ist es auch ein Wettlauf gegen die Zeit und ich schaufel mir das Essen förmlich hinein. Auch das Trinken, die Dusche oder der Toilettengang, werden oft irgendwie dazwischen gequetscht. Super, wenn man jemanden zuhause hat, der einen unterstützt. Schwierig, wenn nicht – aber machbar!

Ich habe auch gemerkt, wie wichtig ein gemütlicher Stillsessel sein kann. Bei uns leider Fehlanzeige, denn der beliebte Ohrensessel von Ikea neigt nach hinten, auch unsere Couch hat keine hohe Lehne. Nicht gerade einfach, da die richtige Position zu finden. Das Fazit sind irgendwann Rückenschmerzen oder schmerzende Brustwarzen. Letztendlich habe ich fast hauptsächlich im Liegen gestillt oder mir eine Pyramide aus Kissen zusammengestapelt.

Die Nächte sind weiterhin gut bis schwierig. Schlafe beim Stillen nachts ständig ein und wache meist völlig irritiert wieder auf. Das Aufstehen fällt mir zunehmend schwerer, sei es zum Beruhigen oder Wickeln. Die gelassene und entspannte Art, die ich tagsüber habe, um ihn in den Schlaf zu wiegen fehlt mir nachts gänzlich.

Die Hebamme kommt mit immer größeren Abständen vorbei. Oftmals führen wir neben dem Wiegen nur noch Smalltalk, denn so viele Fragen wurden bereits beantwortet. Nun heißt es oft nur noch durchhalten. Denn irgendwann wird es wieder besser, bevor es wieder anstrengender wird und dann wieder besser.

Ich bin jedoch positiv überrascht und merke, wie sehr wir die Zeit genießen sollten, solange unser Kind (noch) tagsüber so viel schläft. Langsam werde ich auch mutiger. Probiere vieles aus, halte mein Kind anders, probiere neue Stillpositionen und -Orte, plane Besuche und Ausflüge. Es ist, als würde man als Frau als Mutter geboren. Es ist einfach in einem, man muss nur hinhören.

Meine Erkenntnisse nach der 3. Woche:

  • Mutig sein
  • Nicht so viel nachdenken, sondern einfach machen
  • Weg vom Perfektionismus
  • Beschäftigung während des Stillens beim Clusterfeeding: Buch lesen, Hörbuch, Musik anmachen, Baby anhimmeln, quatschen
  • Eine Babytrage für mehr Selbständigkeit
  • Ein ruhiger und gemütlicher Stillplatz ist wirklich wichtig

 

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