Woche 1 – Ich bin Mama.

Woche 1 – Ich bin Mama.

Im Krankenhaus

Als wir uns nach dem ersten Schrecken erholt haben, waren wir 4 Tage im Krankenhaus, um die U2 noch vor Ort durchführen lassen zu können. Glücklicherweise haben wir ein Familienzimmer erhalten und mein Mann konnte 3 Tage mit mir im Krankenhaus bleiben.

Es war gut, ihn als Unterstützung dabei haben zu können. Auch, wenn er mir die vielen unschönen Dinge nicht abnehmen konnte, war er da, um mir unter die Arme zu greifen.

Welche unschönen Dinge? Die, auf die du nicht vorbereitet bist. Auch, wenn du darüber aufgeklärt wirst. Sobald du plötzlich und zum ersten Mal Mama bist, ist alles anders, als du es dir vorgestellt hast. Du bist einfach nicht vorbereitet, egal wie gut du dich vorbereitet hast.

Die Rede ist vom Milcheinschuss, Essen in der Stillzeit, Wochenfluss und den Schmerzen. Nicht zu vergessen, den mir neuen Begriff „Clusterfeeding“.

So zauberhaft wie unser Baby in den ersten Tagen auch war, umso mehr hatte ich mit meinem Körper zu kämpfen. Der Milcheinschuss ließ auf sich warten und das Kind verlor zu viel Gewicht. Trotz Dauerstillen in der Nacht, dem sog. Clusterfeeding, musste er also zugefüttert werden. Ein ganz schlimmer Moment für mich. „Ich“ schaffte es zunächst nicht, mein Kind ausreichend zu versorgen.

Mit dem Essen in der Stillzeit gehen die Meinungen auch weit auseinander. Die einen sagen, man darf alles essen. Die anderen warnen davor, bestimmte Lebensmittel zu essen, da diese zu Blähungen oder einem Wunden Po führen können. Was ist nun richtig oder falsch? Man weiß es nicht. Und los geht das Rätselraten.

Kommen wir zu dem Thema Schmerzen. Die ungeschönte Wahrheit. Ich war schwach. Konnte zunächst kaum stehen, kaum laufen. Ja, leider noch nicht einmal richtig sitzen. Das besserte sich erst nach ca. 2-3 Tagen. Das Stillen war eine Herausforderung. Es schmerzte. An dieser Stelle kann ich euch nur den Rat geben, jegliche Hilfe im Krankenhaus bezüglich des richtigen Anlegens anzunehmen und sich nicht zu genieren. Ansonsten erwarten euch wunde Brustwarzen.

Die restlichen Tage vergingen wie im Flug. Am morgen wurde ein Frühstücksbuffet aufgebaut, das Mittagessen wurde auf das Zimmer gebracht und am Abend gab es wiederholt ein Abendbrot-Buffet. Mein Tag bestand aus Stillen, Essen, Wickeln, Duschen und ggf. einer Untersuchung. Teilweise war es sogar ziemlich langweilig, weil unser Bärchen meist tagsüber einfach schlief. Und obwohl ich meinen E-Reader dabei hatte, konnte ich nichts anderes machen, als mein Baby anzuhimmeln. Für etwas anderes hatte ich gar keinen Kopf.

Endlich Zuhause

Zuhause angekommen fühl man sich zunächst, als würde man seine Komfortzone verlassen. Alles ist neu. Kein Notfallknopf. Monatelang habe ich mich gefragt, wie es ist. Was kann ich noch machen? Wie gestaltet sich mein Alltag? Hab ich wirklich nur noch so wenig Zeit für andere Dinge?

Ich wollte es tatsächlich nie glauben, aber in der ersten Woche bestimmt dein Alltag einzig und allein dein Baby. Und weil es mich selbst immer total interessiert hat, wie so ein Tag abläuft in den ersten Wochen, hier meine Zusammenfassung für euch:

In einer guten Nacht kommen wir auf ca. 6-7 Stunden schlaf. Nicht am Stück, aber insgesamt. Unser Baby schläft im Beistellbett oder im Familienbett. Mal im Schlafsack, mal gepuckt. Er braucht noch die Begrenzung, das Gefühl der Sicherheit aus meinem Bauch. Alle 2-3 Stunden wacht er auf und wird gestillt (beide Seiten) und ggf. neu gewickelt. Das dauerte in schlechten Phasen bis zu 2 Stunden. Er trinkt langsam, sucht aber auch die Nähe und beruhigt sich bei mir. Um 7 Uhr ist die Nacht zuende. Er ist dann wach, will bespaßt werden oder fängt an zu meckern.

Um circa 8 Uhr fällt er noch einmal für 3-4 Stunden in einen längeren Schlaf. Entweder auf einem von unseren Bäuchen oder in seinem Laufstall im Wohnzimmer. Zeit für mich und meinem Mann zu frühstücken oder ebenfalls noch ein wenig Schlaf nachzuholen. Zwischendurch habe ich dann auch ein Buch gelesen, ihn weiter angehimmelt, mich auf Google belesen und mich weiter verrückt gemacht. An dieser Stelle: Finger weg von Google. Lieber einmal mehr die Hebamme fragen oder auf sein Bauchgefühl hören. Meine Hebamme kam in der ersten Woche auch täglich zu besuch und beantwortete alle Fragen, gab hilfreiche Tipps und kontrollierte mich und das Baby.

Mein Mann oder meine Schwiegermutter sind dann meist in der ersten Woche mit dem Hund spazieren gegangen. Mittags oder Nachmittags haben wir gemeinsam mit dem Kinderwagen eine Runde gedreht. Auch mal ohne Hund. Ich brauchte noch Kraft und Ruhe.

Ansonsten hatten wir immer zwischen Stillen und Wickeln eine Zeitspanne von 2-3 Stunden. Wer nun denkt, er könnte in dieser Zeit alle Dinge erledigen, der irrt sich meist. An Putzen, Wäsche waschen oder gar dem Blog war in der ersten Woche nicht zu denken. Vielmehr habe ich versucht mich zu erholen und an den neuen Ablauf zu gewöhnen.

Leider war das nicht immer möglich. Der erste Besuch kündigte sich an, das Babybier, Formalitäten (Geburtsurkunde abholen, Kindergeld, Arbeitgeber informieren, Mutterschaftsgeld beantragen, Elternzeit und Elterngeld beantragen, Kindergartenplatz, Anmeldung bei der Krankenkasse, Termin für die U3 beim Kinderarzt vereinbaren,…) mussten erledigt werden. Obwohl sich mein Mann glücklicherweise um vieles gekümmert hat, ließ der erste Milchstau leider nicht lange auf sich warten.

Was ein Milchstau ist? Eine Verhärtung in der Brust, begleitet mit Fieber, Gelenkschmerzen und Schüttelfrost. Meist entstanden durch Stress. Keine schöne Angelegenheit.

Abends hat unser Sohn ab 17/18 Uhr immer eine unruhige Phase. Er hat viel geweint, hatte Bauchschmerzen, hat seinen Alltag verarbeitet. Um 20/20:30 Uhr war dann meist für mich der Tag vorbei. Ich habe ihn ein letztes Mal gestillt, ggf. gebadet und gewickelt und wir sind dann gemeinsam gegen 21 Uhr schlafen gegangen. Die erste Woche ist einfach unglaublich schnell vergangen.

Meine Erkenntnis nach der ersten Woche:

  • Kein oder wenig Besuch
  • Kein Stress und einfach mal alles liegen lassen
  • Tränen nicht unterdrücken
  • Hilfe suchen und annehmen!
  • Wo ist der Tag hin?
  • Wieso ist der Windeleimer schon wieder voll und die Windeln schon wieder leer?
  • Schwarztee hilft gegen einen wunden Po
  • Muttermilch hilft bei verstopftem Tränenkanal
  • Trinken, trinken, trinken

Must-Haves im Wochenbett

  • Ganz viele Binden
  • Genug Windeln, Waschlappen, Wickelunterlagen
  • Multi-mam Kompressen, Kühlpads, Quark oder Kohl bei Milchstau o. wunden Brustwarzen
  • Jod-Tabletten
  • SAB Simplex, Fencheltee und/oder Kümmelsalbe bei Blähungen/Bauchschmerzen beim Baby
  • Paracetamol bei Fieber
  • Schwarztee bei wundem Po
  • Octenisept für die Nabelpflege und Desinfektion beim Wickeln
  • Still-, bzw. bequeme Kleidung
  • Thermoskanne, um Wasser für das Wickeln warm zu halten
  • Stillkissen
  • Nervennahrung

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