Tipps für das Wochenbett

Tipps für das Wochenbett

Neun Wochen sind vorbei. Adieu Wochenbett. Auch, wenn du anstrengend warst, ist es schön, dass es dich gibt. Nun heißt es, den Alltag bestreiten und Fulltime-Job Muttersein! Hier kommen meine Tipps für das Wochenbett und was ich gerne vorher gewusst hätte.

Tipps für das Wochenbett

Bauchgefühl

Ein Punkt, den ich als erstes und als wichtigstes hervorheben möchte. Das Bauchgefühl. Was habe ich mich anfangs verrückt gemacht.

Wann soll ich den Schnuller geben? Soll ich überhaupt einen geben? Darf ich das Kind so lange und so oft anlegen? Ist es okay, wenn es so lange schläft? Was muss ich anders machen? Was kann ich falsch machen? Und so weiter und so fort… Dann kommen noch etliche, natürlich gut gemeinte Ratschläge von Freunden und der Familie und du stehst plötzlich irritiert und eingeschüchtert da.

Stop! Die Natur hat vorgesorgt. Ganz tief in dir, weißt du ganz genau was zu tun ist. Wenn du Rat brauchst, dann frage nach Rat. Aber selbst dann solltest du diesen Hinterfragen und schauen, ob es für dich das Richtige ist. Vertrau dir selbst. In allen Dingen. Es ist dein Baby, es ist deine Erziehung. Dabei gibt es kein Richtig und kein Falsch. Und perfekt, wirst du es sowieso nie hinbekommen.

Vorbereitung

Die ersten Wochen mit Baby sind sehr aufregend. Auch, wenn man sich langsam an den Alltag herantastet, hätte ich mich in den ersten zwei Wochen noch nicht großartig in den Supermarkt getraut. Eine gute Vorbereitung kann dir dabei helfen, dass du in deinem Wochenbett wirklich entspannen kannst.

  • Habe ich ausreichend Klamotten?
  • Habe ich ausreichend Hygiene-Artikel für mich und das Baby? (Windeln, Wickelunterlagen, Waschlappen, Müllbeutel, Feuchttücher,…)
  • Wer kümmert sich um den Hund?
  • Wer kümmert sich um mich?

Ausstattung/Apotheke

Zu der Vorbereitung gehört natürlich auch die richtige Ausstattung. Ob du nun den richtigen Kleiderschrank, das richtige Kinderbett, Teppich, o.ä. hast, wird dir nicht weiterhelfen. Viel wichtiger sind die Dinge, die du benötigst, um dir das Leben so einfach wie möglich zu gestalten.

Meine Ausstattung
  • Stillbh
  • Stilleinlagen
  • Binden
  • Kühlpads
  • Thermoskanne, um Wasser für das Wickeln warm zu halten
  • Bequeme Unterhosen, in denen die großen Binden reinpassen
  • Bequeme Stillkleidung
  • Stillkissen (zum Stillen und zum Nestchen bauen)
  • Bequeme Stillmöglichkeit
  • Babytrage
  • Ausreichend Essen und Trinken
  • Nervennahrung
Meine Apotheke
  • Jod-Tabletten (z.B. Folio Phase 2)
  • D-Vitamine fürs Babys (Wird in Tablettenform direkt im Krankenhaus mitgegeben. Achtung, die mit Fluorid sorgen für Blähungen. Es gibt welche ohne und welche in flüssig – kann der Kinderarzt verschreiben)
  • Sab-Simplex gegen Blähungen
  • Kümmelsalbe gegen Blähungen
  • Fencheltee (Fenchel-Anis-Kümmeltee) gegen Blähungen
  • Schwarzteebeutel gegen einen wunden Po
  • Multi-Mam Kompressen bei wunden Brustwarzen
  • Paracetamol bei Fieber
  • Octenisept für die Nabelpflege und Desinfektion beim Wickeln

Stillen

Durchhalten! Die ersten Tage im Krankenhaus waren schlimm. Ich hatte Schmerzen durch das Anlegen und auch Zuhause wurde es erst nicht besser. Heute, kann ich es mir noch gar nicht ohne vorstellen.

Hier meine Tipps:
  • Stillsessel oder Couch mit gerader Lehne
  • Ansonsten aufrechte Sitzposition
  • Stillkissen
  • Lass dir im Krankenhaus und von deiner Hebamme verschiedene Positionen zeigen und lass dich dabei kontrollieren
  • Bei schmerzenden Brustwarzen: Luft ranlassen oder Multi-Mam Kompressen
  • Bei Milchstau: Vor dem Stillen mit lauwarmen Wasser und Waschlappen wärmen, nach dem Stillen mit Kühlpad, Kohlblätter oder Speisequark kühlen, ausruhen und ggf. eine Tablette Paracetamol bei Fieber
  • Bei Clusterfeeding: Mach es dir bequem, stell dir Trinken und/oder Naschen/Essen parat und ein gutes Buch. Es geht vorbei, kommt wieder und geht wieder vorbei. Dein Baby muss die Brust ausreichend anregen, damit sein erhöhter Bedarf bei einem Schub gedeckt werden kann.

Hilfe fordern und annehmen

Oft hemmt uns unsere Scharm davor, Hilfe anzunehmen. Das ist hier jedoch völliger Unsinn. Egal, ob deine Schwiegermutter, Mutter, Oma, Freundin oder Bekannte dir Hilfe anbietet, nimm diese an! Sei auch nicht zu scheu, selbst nach Hilfe zu fragen. Jemand könnte für dich etwas kochen, mit dem Hund spazieren gehen, aufräumen oder mal das Baby ausführen, damit du in Ruhe duschen, schlafen oder einfach abschalten kannst. Es entlastet dich und gibt dir neue Energie, die du für dein Baby benötigen wirst.

Formalitäten

Anfangs steht ziemlich viel an. Lass Dir auch bei den Formalitäten helfen, denn das ist eine ganze Menge und oftmals nicht allein zu bewältigen. Dein Partner oder eine nahestehende Person, sollte dir hier auf jeden Fall helfen.

Was ist zu tun?
  • Geburtsurkunde besorgen (Standesamt, wo das Kind geboren wurde)
  • Bei unverheirateten Paaren: Vaterschaftsanerkennung
  • Elternzeit beim Arbeitgeber beantragen (Zweizeiler)
  • Kindergeld beantragen (Beim zuständigen Arbeitsamt)
  • Mutterschaftsgeld beantragen (Bei der Krankenkasse und beim Arbeitgeber)
  • Elterngeld beantragen (Elterngeldstelle)
  • Anmeldung bei der Krankenversicherung
  • Um Kita-Platz kümmern

Mund aufmachen!

Jemand gibt dir gut gemeinte Ratschläge, nach denen du nicht gefragt hast und es stresst dich? Du bist gestresst und brauchst eine Auszeit? Etwas geht dir tierisch auf den Keks? Dann mach deinen Mund auf.

Gerade in der Partnschaft trauen wir uns oft nicht Dinge anzusprechen. Vieles könnte so schnell geklärt werden, wenn wir anfangen darüber zu reden. Nein, eher erwarten wir, dass unser Gegenüber etwas von alleine auffällt. Das macht dich nicht glücklich und vor allem auch nicht dein Gegenüber, der zuletzt deine Vorwürfe anhören darf. Redet also vorab darüber, wie ihr euch das Wochenbett oder die Elternzeit vorstellt und auch, wenn alles anders kommt wie erwartet, redet erneut darüber. Sag bescheid, wenn du mal eine kurze Pause benötigst oder du dir etwas wünschst. Und erwarte nicht, dass es von alleine kommt.

Ernährung

Offiziell gibt es keine Stilldiät. Das bedeutet, du kannst essen, was du möchtest. Vorsicht ist jedoch vor einigen blähenden oder abstillenden Lebensmitteln geboten. Dennoch solltest du nicht zwingend auf etwas verzichten, nur wenn dein Baby vielleicht mit Blähungen oder einem wundem Po darauf reagiert.

Achte vor allem auf eine ausgewogene Ernährung. Dein Körper benötigt viel Kraft und Energie für die langen Stillphasen. Denk auch daran, ausreichend zu trinken. Am besten stellst du dir vor dem Stillen immer ein Glas Wasser zur Seite. Du wirst merken, wie viel Durst du auf einmal hast.

Mama-Zeit

Zwischen Windeln wechseln, Füttern und dem Haushalt solltest du eines nicht vergessen und das bist Du! Gönn dir Zeiten für dich. Ich habe noch in meinem Wochenbett einen Oma-Tag eingeführt. An dem Tag kommt meine Mutter vorbei und bespaßt ihren Enkel, während ich einfach Zeit mit mir selbst und für mich verbringen kann.

Bitte auch deinen Partner darum, dass er das Baby öfters einmal abnimmt. Fahre mal alleine einkaufen, gehe alleine spazieren. All das wird dir helfen wieder einmal durchzuatmen und runterzukommen.

Versuche auch, dich nicht zu vergessen. Dusche regelmäßig, kümmere dich um dich selbst. Gönn dir eine Badewanne (erst, wenn der Wochenfluss vorbei ist) und mach dich mal richtig hübsch, auch wenn an dem Tag nichts ansteht. Du solltest dein eigenes Körpergefühl nicht verlieren und solltest dir selbst treu bleiben.

Du bist nicht gleich eine schlechte Mutter, wenn du auch an dich denkst.

Genieße dein Wochenbett

Noch in meiner Schwangerschaft fragte ich Freundinnen nach ihrem Wochenbett. Was haben sie bereut? Was haben sie gebraucht? Und alle waren sich einig. Sie hatten das Wochenbett zu wenig genossen. Der Terminkalender war nach 2-3 Wochen randvoll, der Besuch stand schlange und sie selbst fanden keine Ruhe.

Zurücklehnen ist angesagt. Verschiebe deine Termine und den Besuch nach ganz hinten. Es geht um dich und dein Baby, alles andere kann warten. Sei egoistisch und hab kein schlechtes Gewissen anderen gegenüber. Ihr müsst euch erstmal finden und eine Bindung zueinander aufbauen. Koste jede Woche aus, die Zeit gibt dir niemand zurück!

 

Du willst wissen wie mein Wochenbett war? Ich hab euch Woche für Woche mitgenommen und auch dort einige Tipps hinterlassen. Hier gelangst du zu Woche 1.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.