Mein Leben in 10 Jahren – Rückblick –

Mein Leben in 10 Jahren – Rückblick –

Ich bin ein absoluter Listenmensch. Ich führe einen Tagesplaner, um meine Termine und Erledigungen im Blick zu behalten und führe Listen über kurzfristige und langfristige Ziele und plane diese ebenfalls in anderen Listen. Ich brauche es, dass ich meine Ziele nicht aus den Augen verliere und etwas habe, worauf ich hinarbeiten kann oder worauf ich mich freue.

Ein Jahr ohne geplanten Urlaub, ohne geplante größere Unternehmung oder erreichten Erfolg, ist für mich kaum vorstellbar. Ich liebe es, mich auf etwas vorzubereiten. Leider ist die Schattenseite, dass ich mich oft in etwas verbeisse, enttäuscht darüber bin, wenn ein Plan nicht entsprechend aufgeht oder absolut unspontan bin.

Aber ist es nicht schön, wenn man seine Listen, Bilder oder Erinnerungsstücke ansieht und weiß, was man im Leben bereits erreicht hat?

Mein Leben in 10 Jahren – Rückblick –

Als ich 15 Jahre alt und in der 9. Klasse war, hatte mein Klassenlehrer eine wirklich schöne Idee. Wir sollten ein Referat darüber halten, wie wir uns unser Leben in 10 Jahren vorstellen. Diese Aufgabe brachte mich damals völlig an meine Grenzen, ich lebte damals eher in den Tag hinein und war mit meinen derzeitigen pubertären Problemen schon überfordert. Jetzt soll ich auch noch die nächsten 10 Jahre planen? Sehr lustig.

Was will ich nach der Schule machen? Eine Ausbildung oder doch das Abitur? Wo will ich leben? Was will ich erreichen? Ich kriege immer häufiger mit, dass diese Frage auch heute noch viele Schulabsolventen überfordert, weil sich niemand mit diesem Thema auseinander setzt. Du sollst in der Schule bestmöglich auf das Leben vorbereitet werden, aber niemand bereitet dich wirklich vor. Niemand sagt dir, was der vernünftigste Weg ist, wo deine Stärken liegen oder wie du mit Problemen umgehst. Die Schule hat mit der heutigen Realität kaum noch etwas zutun. Vielmehr ist es zu einem Freizeit-Lückenfüller mutiert, um die gelangweilten Jugendlichen in Schacht zu halten und vor Blödsinn zu bewahren. Es fehlt die Individualität. Wo würden wir heute stehen, wenn wir nach unseren Stärken ausgebildet werden? Aber das ist hier heute nicht das Thema.

Mein Lehrer hat seinerzeit alle Plakate eingesammelt und wollte diese uns nach 10 Jahren vorstellen. Zu einem Klassentreffen ist es bislang leider nicht gekommen, aber vor kurzem fand ich meinen Text auf einer Festplatte wieder. Und ich musste beim Lesen oft schmunzeln. Dieses eine, für viele unbedeutende Referat hat mich die letzten 10 Jahre auf meinem Weg unbewusst doch mehr begleitet, als ich gedacht hätte. Immer wieder habe ich daran zurückgedacht, obwohl ich nicht mal mehr wusste, was alles darin stand. Wir wissen eigentlich schon sehr früh, was wir möchten, doch lassen uns so leicht immer wieder vom Weg abringen.

Heute möchte ich mit euch die letzten 10 Jahre Revue passieren lassen. Was habe ich umgesetzt und wie denke ich heute darrüber?

Das Referat

Nachdem ich meinen Realabschluss hoffentlich erfolgreich abgeschlossen habe, möchte ich zunächst auf die Fachoberschule in **** wechseln und mich in Richtung Wirtschaft beschulen lassen. Nach einer dreijährigen Schulausbildung in **** und bestandenen Abschluss, werde ich eine Ausbildung als Reiseverkehrskauffrau angehen.

Den Realschulabschluss habe ich erfolgreich beendet. Jedoch habe ich mich dazu entschlossen, trotz Zusage, das Abitur sausen zu lassen und lieber Geld zu verdienen. Ich wusste überhaupt nicht in welche Richtung es gehen soll. Ich bewarb mich als Versicherungskauffrau, Groß- und Außenhandelskauffrau, Fotomedienfachfrau, Verwaltungsfachangestellte sowie Rechtsanwaltsfachangestellte. Aber nicht als Reiseverkehrskauffrau. Ich glaube das wenige Geld verleitete mich damals, es nicht zutun. Schließlich wurde es die Ausbildung zur „Kauffrau für Versicherung und Finanzen“. Des Geldes wegen. Eine Entscheidung die ich heute bereue. Jedoch hatte ich beruflich bisher nie große Ziele gehabt, aber dazu später mehr.

Mit ca. 17 Jahren werde ich meinen Führerschein machen.

Done.

Mit Ende der Ausbildung bin ich ca. 22 Jahre alt. Wenn ich den richtigen Mann da schon gefunden habe und mir sicher bin, werde ich evt. an eine Hochzeit denken.

Mein Mann sollte liebevoll, zielstrebig, kinderlieb und tierfreundlich sein. Später möchte ich einen Zwergspitz als Hund haben und ein kleineres, gemütliches und modern eingerichtetes Haus, am liebsten das von meiner Uroma in ****. Weit weg möchte ich nicht wegziehen, weil ich das irgendwie nicht könnte.

Ich war bereits mit 19 Jahren mit der Ausbildung fertig und mit 22/23 Jahren lernte ich tatsächlich meinen Traummann kennen. Mit 25 Jahren folgte unsere Hochzeit. Ja, meiner Vorstellung nach habe ich auf jeden Fall den richtigen Mann geheiratet. Vor gut 1 1/2 Jahren sind wir nun auch in unser selbstgebautes Eigenheim gezogen. In einem kleinen unscheinbaren Dörfchen, so wie ich es immer wollte. Großstädte haben mich noch nie gereizt.

Ein Zwergspitz ist es nicht geworden. Haha. Als ich 20 Jahre alt war zog Buddy, ein Australian Shepherd ein. Es sollte dann noch lieber etwas handfesteres sein 🙂 . Etwas, was ich nie bereut habe, auch, wenn ich dafür einige Kompromisse in Kauf genommen habe.

Eines meiner ersten Autos sollte kein teures und neuwertiges Auto sein, evt. ein VW Golf. Ich werde auf mein Traumauto Audi RS4 Cabrio sparen, wenn es bis dahin noch keine neuen und besseren Autos gibt.

Mein erstes Auto war dann auch tatsächlich ein VW Golf IV in einem wunderschönen dunklem rot. Mein Fahrlehrer hat mir immer von der Farbe abgeraten, aber ich liebte es. Und zum Traumauto. Träume darf man haben, oder? Hahaha… Nein, ein Audi ist noch lange nicht in Sicht und auch besteht dahingehend kein Bedarf 😀 . Vielleicht fand ich damals meine Ziele zu langweilig und musste sie noch etwas aufpeppen. Die liebe Pubertät.

Mit ungefähr 23 Jahren würde ich gerne mein erstes Kind bekommen und das zweite mit ungefähr 25-26 Jahren. Ihre Namen sollten ausgefallen und keine häufig benutzten Namen sein. Meine Kinder sollen später eine gute Umgebung und Schulung haben. Ich werde versuchen sie bei allen zu Unterstützen um ihnen alle Türen offen zu Halten. Zwei Kinder reichen mir völlig.

Ich wollte tatsächlich immer jung Mutter werden, vermutlich, da meine eigene Mutter in diesem Alter ihr erstes Kind bekommen hat und die Begründung „man kann, wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann noch selbst viel erleben“, recht plausibel klang. So früh hat es dann doch nicht geklappt, aber selbst mit 26/27 scheine ich bisher im unteren Durchschnitt zu sein und bin fast in jedem Kurs die jüngste Schwangere. Den Faible mit den Namen habe ich auch nach wie vor. Zwar sind es keine außergewöhnliche Namen, jedoch definitiv seltenere.

Bezüglich meines Berufes wünsche ich mir eines Tages mit den verschiedensten Menschen aus den unterschiedlichsten Regionen dieser Welt zu kommunizieren und handeln zu können. Besonders die unerforschten Regionen dieser Welt haben es mir angetan. Dabei möchte ich darauf achten, dass die Reisenden die Naturerlebnisse kennen lernen, zugleich jedoch die Umwelt zu Schätzen zu wissen. Eine sprachliche Qualifikation wird sicherlich erforderlich sein. Neben Englisch würde ich gerne eine weitere, internationale Fremdsprache beherrschen können. Ich denke da z.B. an Spanisch oder Portugiesisch.

Na, das mit der Reiseverkehrskauffrau hatte ja nicht geklappt. Lustigerweise habe ich jedoch nach meiner Ausbildung das Bedürfnis gehabt, diesem Wunsch noch einmal nachzugehen. Ich habe ein Fernstudium Richtung Tourismusfachkraft begonnen (und nicht beendet) und ein halbes Jahr als Bodenstewardess am Hamburger Flughafen gearbeiten. Eine unvergessliche und tolle Zeit. Es war wirklich etwas besonderes. Jedoch ein Job, der absolut unterbezahlt ist und die Schichtarbeit viele Sozialkontakte gekillt hat. Daher bin ich danach wieder in meinem Ausbildungsberuf gelandet. Achja, außer Englisch kann ich leider noch keine weitere Fremdsprache, aber würde gerne noch eine weitere erlernen. Wäre etwas für die nächsten 10 Jahre 🙂 .

Mit 25 Jahren möchte ich für meine Familie da sein und mit ihnen oft in Urlaub fahren, solange das Geld reicht. Morgens möchte ich aufstehen und in meine kleine, komfortable Küche gehen, um mir mein Frühstück vor der Arbeit zu machen. Die Kinder würde ich zum Kindergarten bringen und dann zur Arbeit gehen.

Um ca. 19 Uhr würde ich nach Hause kommen, da die Arbeitszeiten als Reiseverkehrskauffrau oftmals sehr lang sein können.

Abends nach meiner Arbeit will ich mich in mein beheiztes Wohnzimmer setzen, Fernsehen gucken oder ein Buch lesen und dabei entspannen. Wäre mein Mann momentan nicht da, würde ich meine Kinder noch zum Schlafen legen, ihnen etwas vorlesen und ihnen eine Gute Nacht wünschen. Ich möchte keinen Mann der viel Unterwegs ist und man ihn kaum zu Gesicht bekommt. Er muss nicht viel verdienen, es sollte nur reichen.

Ich möchte das Leben später genießen können und nicht viele Sorgen haben.

Was soll ich sagen. Ich war schon immer recht minimalistisch, was meine Vorstellungen anbelangt. So einfach kann man mich glücklich machen. Tatsächlich ist es bis heute ein großer Wunsch von mir, einfach das Leben genießen zu können. Ich brauche kein teures Auto, kein riesiges Haus oder Millionen auf dem Konto. Eine eigene kleine Familie war schon immer mein größter Traum und für mich war es kaum vorstellbar, dass ich nach Hause komme und die Arbeit noch im Kopf habe. Bis 19 Uhr arbeiten klingt für mich allerdings aus heutiger Sicht sehr hart. Da fange ich lieber früher an zu arbeiten 😀 .

Und nun sitze ich hier, schreibe diesen Text, mein Mann keine 5 Meter neben mir, mein Hund liegt unter dem Tisch, an dem ich sitze und in meinem Bauch macht sich ein kleiner Junge bereit für seinen großen Tag. Ich kann mir nicht vorstellen, wo ich gerade lieber wäre.

Wie sieht es bei euch aus?

Im Großen und Ganzen habe ich in den letzten Jahren alles erreicht, was ich erreichen wollte. Auch, wenn es vielleicht anders oder 1-2 Jahre später der Fall war. Das macht ein schon ein wenig stolz. Wird Zeit die nächsten 10 Jahre zu planen.

Was haltet ihr von solchen Plänen? Baut es eher Druck auf oder ist es eine schöne Variante, seine Ziele vor Augen zu halten?

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