[Blogroman] Joel und Emelie 28

Joel stand von dem kleinen Holzstuhl auf und kam auf mich zu. Mit einer Hand wischte er mir die Träne weg, dann näherte er sich meinem Kopf und küsste sanft meine Lippen. Ein seltsames Verlangen überkam mich und unsere Küsse waren erst vorsichtig und wurden immer heftiger. Er legte seine Arme um mich und hob meinen Körper mit diesen hoch. Ich schloss meine Arme um seinen Hals und er drückte leicht die Balkontüre auf, um mich über die Schwelle zu tragen. Unsere Lippen verloren sich nicht, ich versank förmlich in den Gefühlen, die mich in diesem Moment überkamen.

Als wir im Schlafzimmer ankamen, legte er mich behutsam auf meinem Bett ab und beugte sich über. Ich schloss meine Augen, um mich in diesem Moment fallen lassen zu können. Joels Küsse wanderten meinem Hals abwärts bis zu meinem Schlüsselbein. Mein Körper reckte sich ihm entgegen und ich setzte mich auf, um kurzerhand sein Shirt über seinen Kopf abzustreifen. Gespannt sah ich seinen muskulösen Körper an und zeichnete mit meinem Finger kleine Kreise auf seiner Brust. Wir sahen uns einen kleinen Augenblick in die Augen, bis Joel meine Hand in seine nahm, ihr einen Kuss gab und anschließend seine Hände hinunter zum Saum meines Pullovers wandern ließ. Dann hob er auch diesen über meinen Kopf.

Er setzte mit seinen Küssen fort, wo er aufgehört hatte und als er an meiner Brust angelangt war, entlockte er mir ein aufgeregtes Stöhnen. Durch den Alkohol, der durch meine Venen drang wurde ich noch ein wenig hemmungsloser und freier. Ich konnte nicht mehr festmachen, ob die Schwindelgefühle vom Alkohol oder von den Gefühlen kamen, die Joel in mir auslöste. Meinen Körper ließ ich wieder auf das Bett zurückfallen, was Joel ans Anlass nahm, meine Hose zu öffnen und auszuziehen. Vorsichtig wanderten seine Küsse mein Bein hinauf und bevor es zu meiner empfindlichsten Stelle kam, zuckte mein Bauch vor Aufregung zusammen.

„Joel“, flüsterte ich heiser, da ich nicht mehr instande war diese Gefühle zu kontrollieren. Mit der linken Hand hielt er jedoch kurzerhand meinen Mund zu und zog mit seiner anderen meinen Slip zur Seite, um mit seiner Zunge meine empflindliche Stelle zu umspielen. Meine Hände krallten sich in mein Bettlaken, ich suchte halt, bevor ich mich verlor und meine Hüfte beugte sich ihm entgegen. Kurz bevor mich die Gefühle überrollten, musste Joel in einem unbemerkten Moment seine Hose ausgezogen haben. Er streifte meinen Slip ab und die Sehnsucht überkam mich, bis er endgültig in mich eindrang.

Er schaffte es, dass ich vor Erlösung schrie, mein Körper bebte und ich die Kontrolle verlor. Ein warmes, kribbelndes Gefühl überkam mich und ich krallte mich in seinen Rücken, damit dieser unglaubliche Mann, niemals diesen Ort verließ. Auch Joel kam kurze Zeit später in mir und ließ sich danach in mein Bett fallen. Unsere Köpfe neigten sich zueinander und wir lächelnden uns beide erschöpft an.

„Weißt du eigentlich wie schön du bist?“, seine Augen strahlten, als er meine Nase anstupste. Ich schloss meine Augen vor Verlegenheit und konnte mir ein zaghaftes Lächeln nicht verkneifen. Danach schmiegte ich meinen Kopf an seine Brust schloss meine Augen. Mit kreisenden Bewegungen streichelte Joel mir meinen nackten Rücken und ich bekam eine leichte Gänsehaut.

Als ich meinen Kopf leicht entfernte, nahm ich im Augenwinkel seine Kette wahr, welche seitlich hinter seinem Hals verschwand. Ich nahm sie in meine Hand und drehte sie zwischen meinen Fingern. Eine Erkennungsmarke. Ich kannte diese von meinem Vater und diese diente damals auch als erstes Erkennungszeichen, als meine Eltern leblos im Wrack des Autos gefunden wurden. Ein Schauer lief über meinen Rücken, weil ich dieses Soldatenmarke immer mit dem Tod in Verbindung brachte.

„Was ist los?“, ich guckte überrascht Joel an, der mich scheinbar beobachtet hatte.

„Mein Vater trug ebenfalls so eine Kette, ich weiß, was sie bedeutet.“

Joel nahm die Kette aus meiner Hand, drehte sich auf seinen Rücken und hielt die Kette vor sein Gesicht. „Ich bin ebenfalls Soldat, zumindest war ich das“, er klang nachdenklich. „Aber irgendwie, wird man das Ding nie so ganz los“, mit einem verschmitzten Lächeln blickte er wieder zu mir.

„Hm, ja mein Vater fühlte sich auch immer unglaublich verpflichtet, soweit ich das wahrnehmen konnte. So richtig zuhause war er nie, wo er seinen Kopf ausschalten konnte. Ich glaube, dass es ihn innerlich auffraß, mit so viel Tod und Gewalt konfrontiert zu werden“, ich schloss meine Augen vor Müdigkeit. „Meine Mutter hätte ihm zu gerne alle Lasten abgenommen. Ich habe viele Gespräche von ihnen mitbekommen. Auch seine schlaflosen Nächte und nächtlichen Wanderungen durchs Haus warem kaum zu überhören.“

„Wie hießen deine Eltern?“, fragte Joel, als wollte er mich ein wenig ablenken.

„Julia und Asger Sommer“, gab ich murmelnd wieder, bevor ich in den Schlaf sank.

***

Mitten in der Nacht, wachte ich schweißgebadet auf und versuchte die Orientierung zu finden. Mit einer Hand suchte ich den Nachttisch nach dem Lichtschalter für die kleine Lampe ab, jedoch vergeblich. Mein Magen rebellierte, mir wurde gar schwindelig. Mit zittrigen Beinen bahnte ich mir den Weg im dunkeln durch mein Zimmer, hinaus auf den Flur und rein in das Badezimmer, um mich über der Toilettenschüssel zu übergeben. Fieser Alkohol. Das war nun wirklich, für alle erdenklichen Zeiten der letzte Tropfen, der meinen Mund jemals wieder berühren wird. Wie Recht ich doch behalten sollte.

Ich putzte meinen Mund über dem Waschbecken mit klarem Wasser aus und ging zurück ins Schlafzimmer. Zurück im Bett kuschelte ich mich in meine Bettdecke und schloß mit flauem Gefühl im Magen meine Augen. In diesem Moment vergaß ich, dass Joel eigentlich da sein müsste. Ungeahnt dessen, dass er schon lange zuvor gegangen war.

 

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