In 11 Schritten zu sich selbst

In 11 Schritten zu sich selbst

Dass es mir eine ganze Zeit nicht gut ging, ist schon fast kein Geheimnis mehr. Mein Leben bestand darin alles für andere zutun und mich selbst ganz hinten anzustellen. Ich hatte mich verloren. Ich wusste mit mir selbst und allein nichts mehr anzufangen. Das führte leider soweit, dass ich es alleine nicht mehr schaffte und Hilfe benötigte. Und das in meiner Schwangerschaft. Ein gefühlter Wettlauf gegen die Zeit.

Was mir passiert ist, mag man nennen wie man möchte. Doch eines war mir fast von Anfang an klar. Vor allem dann, als ich im Internet so gut wie nichts darüber fand, was mir helfen könnte. Ich wollte nicht über dieses Thema schweigen, so wie es so viele andere tun. Es ist schier unglaublich, wie sehr wir Angst davor haben unsere Schwächen zu zeigen. Vielmehr sollten wir jedoch von unseren Schwächen profitieren und es als Chance nutzen, es besser zu machen. Heute bin ich meinem Körper dankbar dafür, dass er mir zeigte, dass etwas nicht stimmte. Denn nur so habe ich wirklich begriffen, dass ich etwas ändern muss.

Ich bin noch lange nicht da, wo ich sein möchte. Aber die Erkenntnisse die ich in den letzten Wochen und Monaten gewonnen habe, möchte ich mit euch teilen. Denn es ist so wichtig, dass ihr euch selbst niemals verliert und für euch selbst einsteht. Auch, ist es eine Notiz für mich selbst und ein Wegweiser, der mir sagt: Dieses Leben lebst nur du.

In 11 Schritten zu sich selbst

Offenheit

Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass es mir einfach fiel mich zu öffnen. Ich war immer ein Mensch, der eine Lösung parat hatte oder zumindest gesucht hat. Bin in den letzten Jahren aus mir herausgekommen, war positiv gestimmt und habe mich durch einige Situationen kämpfen müssen. Manchem gefällt nicht was ich tue und diese Leute wird es immer geben. Das wusste ich und trotzdem war es hart.

Ich bemerkte relativ schnell in einer Phase, dass es mir nicht gut ging. Ich konnte nicht schlafen, meine Gedanken spielten verrückt, verlor jegliches Interesse an den einfachsten Dingen, die mir lange Zeit so viel Freude bereitet hatten. Ich war ein Körper ohne Leben. Nun zuzugeben, dass ich Hilfe benötige, war mehr als schwer. Was, wenn ich nicht ernst genommen werde? Was, wenn ich einen Stempel aufgedrückt bekomme und das ewige Opfer in den Köpfen anderer Leute bin? Es ist doch so viel einfacher weiterzumachen wie bisher.

Jedoch war Offenheit für mich der beste Weg. Ich wurde verstanden, musste mich nicht verstellen und bekam die Hilfe die ich benötigte. Also öffne dich und fordere Hilfe ein. Du hilfst doch auch oft genug anderen.

Ehrlichkeit

Offenheit und Ehrlichkeit liegen so dicht beieinander. Sofern man sich öffnet, ist es denke ich mal klar, dass man auch ehrlich sein muss. Zu sich selbst und der Person, der man sich öffnet.

Was ich jedoch gelernt habe, ist offen und ehrlich auszudrucken, was ich möchte und was nicht. Oft entsteht Unmut dadurch, dass man Freunden, Verwandten oder dem eigenen Partner gegenüber nicht ehrlich ist, um den anderen nicht zu verletzen. Wir lassen den Frust an anderen aus, weil wir uns nicht klar positionieren und eventuell sauer darüber sind, wenn dieser anders handelt, als wir doch eigentlich wollten. Und das ist mehr als unfair. Denn die andere Person kann einfach nicht wissen, was du denkst. Also sei ehrlich. Auch, wenn du befürchtest andere Personen damit zu kränken. Du kränkst dich am Ende damit nur selbst.

Entscheidungen

Und wenn du schon einmal ehrlich bist, dann triff auch Entscheidungen. Entscheide dich was du machen, essen, kaufen oder wie du leben möchtest. Tu es für dich. Kompromisse geht man im Leben oft genug ein, aber immer nachzugeben macht dich letztendlich krank. Verlier nicht die eigene Selbstständigkeit, so dass du letztendlich die Dinge nur für andere oder mit anderen machst.

Entscheide dich bewusst für einen Weg und zieh ihn auch durch.

Sei mutig

Hör endlich auf, dich nach anderen zu richten. Hör endlich auf darüber nachzudenken, was andere über dich denken könnten. Hör endlich auf, es allen recht machen zu wollen.

Raus aus der Komfortzone! Und das ist die eigentliche Arbeit. Sofern du Angst vor etwas Neuem hast, sollest du diese Dinge erst recht und als erstes angehen.

Mach das, was du tun möchtest. Mach es nur für dich. Springe über deinen eigenen Schatten. Es wird immer jemanden geben, der das was du tust nicht richtig findet oder nicht dahinter steht. Es wird immer Menschen geben, die dich nicht mögen. Selbst du kennst Menschen, die du absolut nicht magst. Wäre es nicht komisch, wenn gerade diese dich super nett finden?

Sei mutig genug, Hilfe anzunehmen. Sei mutig genug, Veränderungen zuzulassen. Sei mutig genug, dich auch von Menschen oder Dingen zu trennen die dir nicht gut tun. Und sei mutig genug, auch nochmal von vorne zu beginnen.

Erkenntnisse / Selbstreflektion

Ich habe versucht, das Problem nicht in anderen Personen zu sehen. Es ist zwar auch nicht die feine Art, sich selbst an den Pranger zu stellen, aber letztendlich habe ich dafür gesorgt, dass man mich für meine Art und meine Einstellung ausgenutzt hat. Ja, man hat es regelrecht ausgenutzt, dass ich ein krankhaftes Helfersyndrom habe und ich habe es zugelassen.

Ich habe einige Zeit gebraucht, um das und vieles andere zu verstehen. Und ich hätte es alleine nie verstanden. Für mich waren viele Aha-Erlebnisse die beste Therapie. Ich bin im Kopf viele Szenarien durchgegangen oder habe mich und auch andere Leute beobachtet. Das war für mich unglaublich wichtig und nur so habe ich langsam verstanden, welches Muster ich immer wiederhole. Man sollte also zulassen sich selbst zu reflektieren und an Erkenntnissen festzuhalten.

Was du auch tust, tu es für dich

Wie oft ich mich immer wieder dabei erwischt habe, dass ich Dinge für andere getan habe, statt für mich. Ich bekam die Zeit, den ganzen Tag nach meinen Vorstellungen zu gestalten und trotzdem fand ich mich immer wieder in dem Hamsterrad. Ich wusste einfach nichts mit mir anzufangen, hatte keine Ideen, konnte durch eine Blockade noch immer nicht Schreiben, Fotografieren oder sonst etwas Schönes für mich tun. Für andere etwas zutun, war irgendwie immer leichter.

Etwas für sich zu tun, fängt bei Kleinigkeiten an. Bei einem schönen Frühstück, einem Bad oder einer langen Dusche. Den ganzen Tag sagen wir uns indirekt, was wir gerne lieber tun würden. Ja, oft hilft es auch einem, zu wissen was man gerade nicht tun möchte. Der nächste Schritt ist einfach, das Leben nach seiner Vorstellung zu leben. Bei allem was du tust oder auch nicht tust, mach es für dich. Denn dieses Leben lebst nur du.

Es gibt immer eine Lösung

Das gesamte Leben ist geplagt von Ängsten und Sorgen. Finanzielle Sorgen, berufliche Sorgen, Beziehungsängste, die Angst davor allein zu sein,… Doch es gibt für alles eine Lösung. Das Schlimmste was du machen kannst, ist, dich aufgrund deiner Ängste selbst zu blockieren und Angst zu haben etwas zu verändern.

Ich habe recht schnell festgestellt, dass die Ängste mich wochenlang eingenommen hatten. Aber ich habe immer an einer Problemlösung gearbeitet. Immer, wenn ich ein Problem gelöst hatte, ging es weiter und aufwärts. Und die Problemlösung bestand oft darin, sich von etwas zu trennen. Danach öffnen sich neue Türen und ich habe gelernt, dass ich den Ängsten nicht so viel Raum geben darf. Es gibt einfach für alles immer eine Lösung. Wir müssen nur gewillt sein, eine zu finden.

Lenk dich nicht ab

Versuche wirklich an dir zu arbeiten und die Gedanken frei zu bekommen, um dich und alles reflektieren zu können. Fernsehen, das Handy, Freunde treffen – all das lenkt dich davon ab, was du eigentlich tun möchtest oder solltest. Nämlich herauszufinden wer du bist und was du willst. Und vor allem raubt es dir die wertvolle Zeit deines Tages.

In diesen Momenten lenkst du dich so sehr ab, dass du nicht nachdenkst und nicht arbeitest. Natürlich ist es so viel leichter, als an sich zu arbeiten, aber niemand hat gesagt, dass er Weg zu sich selbst einfach ist.

Probiere neues aus und lass die Zeitfresser ausgeschaltet. Ich hatte oft das Gefühl, nie Zeit für viele Dinge zu haben. Als ich jedoch anfing mich nicht mehr abzulenken, wusste ich oft gar nicht, was ich mit all dieser ganzen Zeit anfangen sollte.

Sei kein Opfer der Technik.

Denk positiv

Versuch die negativen Gedanken nicht so stark an dich heranzulassen. Wenn du an etwas glaubst, positiv der Welt begegnest und eine positive Einstellung lebst, dann wird auch viel positives zu dir zurückkommen.

Manchmal ist es leichter gesagt, als getan. Ich weiß. Doch zu viele negative Gedanken machen dich müde, schlapp und lustlos. Nur, wer versucht in allen Dingen etwas Positives zu finden, wird dauerhaft glücklich werden.

Es wird dich hemmen etwas zutun, wenn du zuvor schon Szenarien durchgehst und dir das Schlimmste ausmalst, was passieren könnte. Es wird dich am Ende enttäuschen, wenn es genauso eintrifft. Und dann wirst du es vermutlich nie wieder tun. Hör auf zu denken! Tu es einfach.

Wenn dich geplante Dinge enttäuschen, bedeutet es, dass du entweder vorher zu viel darüber nachgedacht hast und es nicht auf dich zukommen lassen hast oder, dass du diese Dinge einfach zu selten machst und deine Ansprüche entsprechend zu hoch waren. Nichts ist perfekt. Steh auf und probiere es erneut.

Du kannst so viele Dinge eh nicht ändern, aber dich selbst und deine Einstellung zu den Dingen.

Nimm dir die Zeit

… dich zu verändern, dich selbst zu finden oder für eine Auszeit.

Zeit ist etwas, was dir niemand schenken wird oder kann. Du lebst nicht für andere, sondern nur für dich selbst. Niemand wird sich je dankbar zeigen, dass du deine Zeit geopfert hast. Sofern alles andere immer wichtiger ist und du dir nie die Zeit nur für dich nimmst, wird irgendwann die Zeit kommen, wo nichts mehr möglich ist.

Akzeptanz

Akzeptanz fängt bei Dir an. Solange du dich selbst nicht akzeptierst, dich selbst nicht liebst, wirst du niemals anfangen können glücklich und selbstbestimmt zu leben.

Sobald du es schaffst, dich mit all deinen Fehlern und Schwächen zu lieben, wirst du auch deine Stärken und deinen Weg kenne und lieben lernen. Dir ist plötzlich egal, was andere über dich sagen oder denken könnten, denn deine eigene Meinung genügt dir.

Und du wirst aufhören andere zu beurteilen. Wie oft bekomme ich es mit, dass fast jeder Mensch über andere urteilt. Über das Aussehen, dem Charakter, die Art, das Auftreten oder über das, was er tut. Und wie oft habe ich mich selbst dazu verleiten lassen. Aber ich habe gelernt mich zu bremsen, andere Menschen zu akzeptieren wie sie sind, egal, welchen Zweck sie verfolgen. Das bedeutet noch lange nicht, dass ich alle Menschen mag, aber ich akzeptiere ihre Entscheidungen und ihren Weg.

Denn ich habe angefangen mich zu akzeptieren und auf mich zu achten. Auch, wenn das bedeutet, dass ich Menschen fallen lassen muss, die dies nicht tun.


Und was ich noch erwähnt haben möchte, wenn du wirklich Angst davor hast, was andere über dich denken könnten – und natürlich bekommt man es mal mit, wenn Leute über dich urteilen – schau dir das Leben der anderen an. Oftmals sind es Menschen, die ihr Leben selbst nicht im Griff haben, die an ihrer eigenen Langeweile ersticken, im Strom mitschwimmen, Opfer der Technik sind und alles andere als mit sich selbst im Reinen.

Vorbilder, Menschen, die dich inspirieren und genau das Leben vorleben, welches du selbst gerne hättest, werden nie über dich urteilen. Denn sie sind den gleichen harten und steinigen Weg gegangen, der noch vor dir liegt.

Im Leben wird es immer Neider und Hasser geben. Mach dir nichts draus. Sie müssen dein Leben auch nicht leben. Sie müssen auch nicht deine Freunde oder Fans sein. Schau sie dir an und sei froh, dass du klüger bist und ein besseres Leben führen willst, als sie es jemals haben werden.

Und versteht mich nicht falsch. Zu sich selbst finden bedeutet nicht, dass man niemanden mehr helfen, treffen oder mögen soll und der egoistischste Mensch wird. Ich bin für meine Familie und meine Freunde mehr als dankbar. Sie haben mir immer das Gefühl gegeben, dass ich mich nie verstecken muss oder Angst haben muss. Sie haben mir immer die Zeit gegeben, die ich brauchte. Alles andere sind keine Freunde und waren es auch nie. Genau das stellt man fest, wenn man zu sich selbst findet.

Zu sich selbst finden bedeutet jedoch, dass die eigenen Bedürfnisse über die der anderen stehen sollten. Und, dass es im Leben genug Zeit für sich selbst geben sollte. Es ist wichtig, nie sich selbst zu vergessen.

Und zu guter letzt:

Liebe dich selbst.

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