Für einen entspannteren Umgang

Ein kleiner Aufruf für mehr Respekt, Rücksicht und Verständnis.

Ich finde, als Hundebesitzer hat man sowieso mit so vielen Vorurteilen und Verachtung zu kämpfen. Und dass, obwohl Hunde immer beliebtere Haustiere werden. Wie oft musste ich mir schon anhören, dass der Kot der Hunde wegzuräumen wäre, obwohl wir dies grundsätzlich tun. Hier wird gerne pauschaliert. Alle werden über einen Kamm geschert. Wie immer.

 

 

Hunde sind keine Menschen, es sind Tiere.

Tiere, die sich in unserem Regeldschungelwerk zurecht finden müssen. Die Anforderungen an die Hunde werden immer größer. Sie haben akkurat bei Fuß zu gehen, der Abruf muss zu 100% sitzen und die Hunde sollten sich in den geringsten Fällen beschnuppern dürfen. Dies sind nur einige Beispiele des umfangreichen Hundedudens. Wir machen diese Regeln, wir sind die Spitze der Nahrungskette. Was haben wir für unerzogene Hunde, wenn sich diese mit Bellen äußern, eine Person oder einen Hund nicht leiden können, beim ersten Pfiff nicht senkrecht und in Windeseile neben einem stehen und die Schulter nicht in der Höhe des linken oder rechten Beines ist.

Und als hätten wir Hundebesitzer es nicht schon schwer genug, machen wir uns auch noch gegenseitig fertig. Da wird wild gelästert, lautstark beschwert und wild gestikuliert. Und meistens ohne, dass man mit dem anderen Hundebesitzer direkt spricht.

Ich weiß es gibt auch zwei Arten von Hundebesitzern. Die einen die es verstehen und Verständnis zeigen und die anderen die es nicht verstehen wollen. Dabei kann das Leben so einfach sein, wenn wir anfangen nett miteinander zu reden. Vielleicht sollten wir nicht etliche Regeln für die Hunde aufstellen, sondern an unseren eigenen Regeln arbeiten? Wieso versuchen wir immer wieder den Hunden unsere Sprache aufzudrängen?

 

 

Kein Hund ist perfekt.

Jeder Hund hat seine Schwächen und Fehler, wenn man dies überhaupt so bezeichnen kann. Viel eher sollten wir es Charakter nennen. Der eine ist deswegen vielleicht angeleint oder der andere läuft daher frei. Niemand kennt den Hund eines anderen Hundebesitzers und weiß welchen Weg diese beiden beschreitet haben. Wie können wir dann über diese Leute urteilen?

Leider ist alles nicht mehr wie früher, wo die Hunde noch uneingeschränkte Freiheit genießen konnten und wir sollten uns vermutlich langsam von diesem Gedanken verabschieden. Daher halte ich mich mittlerweile an einfache Regeln. Regeln für mich und vielleicht ein paar Tipps für den ein oder anderen.

 


 

1. Grundsätzlich leine ich meinen Hund an, sobald ich einen anderen Hund sehe. Denn dieses Katz und Maus Spiel, ob dieser Besitzer nun Kontakt wünscht oder nicht, sorgt nur für Aufregung. Wenn man den Kontakt wünscht, kann man sich unterhalten oder Sichtzeichen geben. So gehen wir vorprogrammierten Stress aus dem Weg. Und wenn ein Hundebesitzer auch noch deutlich wünscht, dass ich meinen Hund anleine, dann leine ich diesen auch an! Ohne Wenn und Aber! Auch, wenn „Schnuffi“ super hört.

2. Ich rufe bei Fahrradfahrern oder Fußgängern meinen Hund grundsätzlich zu mir, setze ihn ab oder gehe bei Fuß mit ihm weiter. Sollte es eine aufregende Situation sein, leine ich diesen vorsichtshalber an. Nicht jeder Mensch ist hundefreundlich, hat vielleicht Angst oder gar eine Allergie. Gegenseitige Rücksichtsname ist hier das Motto.

3. Wenn ein Hund eines anderen Hundebesitzers mal nicht hört, bin ich trotzdem respektvoll und höflich. Jeder macht Fehler und Fehler sind nicht nur Menschlich sondern auch Hündisch. Ich kann abwarten, bis der andere Besitzer seinen Hund zu sich geholt hat, ich kann seinen Hund abwehren, wenn kein Kontakt gewünscht wird. Fasst euch immer an die eigene Nase, bevor ihr urteilt.

4. Mein Hund kommt nicht mit anderen Hunden klar? Zeigt aggressives oder dominantes Verhalten? Hört nicht? Dann sollte ich mir überlegen, ob ein voller Hundeplatz oder ein überfüllter Auslauf das richtige für uns ist. Arbeitet an euch, trainiert oder akzeptiert euren Hund, so wie er ist. Vielleicht ist „Schnuffi“ mit dem Nachbarshundefreund oder Euch als Person total zufrieden? Nicht jeder Hund benötigt 100 Freunde und es soll sogar ein Irrtum sein, dass Hunde ab einem gewissen Alter überhaupt noch miteinander spielen. Ansonsten gibt es viele tolle Hundetrainer, aber auch viele andere tolle und ruhigere Spazierwege. Jeder wünscht sich die große Freiheit, aber wir sollten uns dann über Gegenwind nicht wundern.

 



Ich verurteile andere Menschen und Hunde nicht. Wir sollten gegenseitig Respekt und Verständnis zeigen. Jeder stand doch mal vor schwierigen Aufgaben mit seinem Hund oder hat das ein oder andere trainieren müssen. Wir haben doch schon genug damit zu tun, uns in dieser Welt voller Regeln zurecht zu finden. Erwarten wir nicht das unmögliche von unseren Hunden.

Natürlich gibt es auch Hundebesitzer, die Ihre Hunde schlecht behandeln oder sich dagegen sträuben, diese zu erziehen. Von diesen rede ich hier nicht. Aber schert nicht alle Hundebesitzer über einen Kamm, nur weil es leider unter uns auch schwarze Schafe gibt.

Danke!

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