Das Leben mit einem Rüden

Du hast einen Rüden und möchtest nochmal Revue passieren lassen, was das für dich eigentlich bedeutet oder du überlegst dir einen Rüden anzuschaffen und möchtest wissen, was auf dich zukommt? Dann hast du den richtigen Artikel gefunden.

Nachteile

Damit die positiven Aspekte eines Rüden noch besser in Erinnerung bleiben, fange ich doch einfach mal mit den Negativen an. Natürlich ist dies immer Ansichtssache und es kommt auf den Hund an, daher kann man hier nicht immer pauschalieren. Dies dient lediglich als Richtwert.

Hallo Macho! Rüden halten sich meist eher Machohaft bei einer Begegnung mit einem Artgenossen. Die Rute wird dabei aufgestellt und es wird sich groß gemacht. Rüden wollen imponieren, wollen zeigen, wer hier die meisten Leckerlis in der Tüte hat.

Reviermarkieren. Sofern du sie lässt, würden diese daher auch jedes freie Feld auf eurem Spazierweg als Ihr Revier markieren. Hier lohnt es sich, dem Rüden sehr früh zu zeigen, wo dieses gewünscht wird und wo eben nicht. Ansonsten machen sie vor Nichts halt.

Artgenossen. Es ist ein Machtgehabe unter den Rüden und daher kommt es natürlich öfter vor, dass Rüden mit Artgenossen aneinander Ecken, als Hündinnen. Sie umkreisen sich, knurren und maßregeln. Meist ist es jedoch viel Lärm um Nichts.

Liebeskummer. Ein Rüde ist das ganze Jahr über an Hündinnen interessiert. Riecht er eine läufige Hündin, kann es zu Zähneklappern, einem schäumendem Maul und Unkonzentriertheit führen. In extremen Fällen hat der Rüde Liebeskummer. Dies äußert sich daran, dass der Rüde heult, jault, nicht frisst oder gar versucht aus dem Haus auszubrechen.

Vorteile

Viel Lärm um Nichts. Eine Rauferei geht in der Regel unter Rüden glimpflich aus. Es wird kurz festgestellt, wer die Hosen auf dem Platz anhat und findet schnell sein Ende.

Keine Läufigkeit. Rüden werden nicht läufig. Das bedeutet; sie verlieren kein Blut, werden in dieser Zeit nicht zickig, keine Scheinträchtigkeit, kein Hundeplatzverbot und keine Rüden, die plötzlich vor der Haustür stehen.

Aussehen. Sie sind häufig größer, haben imposanteres Fell und sind kräftiger gebaut.

Welpen. Rüden gelten als toleranter und freundlicher gegenüber fremden Welpen.

Beschützer. Die Positionen in einem Hunderudel sind klar geklärt. Rüden gewährleisten die Sicherung des Territoriums und sind für das gesamte Rudel verantwortlich. Sie beschützen dich. Komme, was wolle.

Frauchens Liebling. Die beste Kombination soll ein Frauchen mit einem Rüden sein. Rüden beten ihr Frauchen an und würden alles für diese tun. Ähnlich wie mit Hündinnen. Im Rudel hat nämlich die erfahrenste und stärkste Hündin das Sagen und Rüden sind ihr ein Leben lang nachgiebig.

Mein Leben mit einem Rüden

Und nun zur ungeschminkten Wahrheit. Wie lebt es sich eigentlich mit einem Rüden? Trifft alles auf Buddy zu? Was sind unsere Erfahrungen und würden wir jemals wieder einen Rüden aufnehmen?

Vor meinem Welpenkauf vor 5 Jahren habe ich mir die gleiche Frage gestellt, ob ich einen Rüden oder eine Hündin aufnehmen möchte. Unser erster Familienhund war ein Rüde, ist wirklich oft weggerannt und hat läufige Hündinnen aufgesucht. Eigentlich super nervig.

Ich habe mir im Internet die Vor- und Nachteile durchgelesen, um meine Entscheidung zu festigen. Ich tendierte immer zu einem Rüden, ich kann euch gar nicht erklären warum. Vielleicht das Gefühl, jemanden zum Raufen oder als Beschützer haben zu können? Frauen wollen doch oft einen Beschützer an ihrer Seite, mit dem wir durch dick und dünn gehen können. Bei Hündinnen schreckte mich ab, dass eine Beisserei meist blutig endete, wo es hingegen bei Rüden nur viel Lärm um Nichts war. Das war für mich damals ein einschlägiges Argument.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich jedoch noch nicht, dass das Machtgehabe bei Rüden leider viel häufiger vorkam, als eine Beisserei unter Hündinnen. Und so ist es heute. Buddy versucht sich vor fast jedem Rüden zu behaupten. Sobald er einen Hund sieht, muss er diesen erstmal abchecken. Es kommt selten zu einer Beisserei und ist tatsächlich meist harmlos, aber es kommt vor.

Der kleine Mann versucht außerdem alles zu markieren, was ihm in die Quere kommt. Ganz besonders, wenn ein anderer Rüde in der Nähe ist oder war. So kam es auch schon vor, dass er in einer Tierhandlung einen künstlichen Wald markiert hat. Das war für mich nicht lustig. Für Buddy vermutlich schon.

Buddy hat auch Liebeskummer. Sobald er mit einer läufigen Hündin in den direkten Kontakt kommt, kann es sein, dass er sein Essen für eine Woche verweigert und sehr unruhig ist. Für mich kam jedoch eine Kastration bis heute nicht in Frage. Er ist absolut händelbar, alles lässt sich trainieren und er hat keine gesundheitlichen Probleme. Es gibt keinen Grund, außer eventuell die Bequemlichkeit, ihn kastrieren zu lassen. Und die Bequemlichkeit sollte niemals ein Grund sein.

Er ist sehr verschmust und ist tatsächlich eher mir zugewandt, als meinem Mann. Das mag natürlich daran liegen, dass ich mich mehr mit ihm beschäftige und ihn einfach 2 Jahre länger kenne. Jedoch sucht Buddy sehr oft meine Nähe und legt sich zu mir.

Es wird den Rüden auch häufig nachgesagt, dass diese sich viel öfter austesten und Dinge in Frage stellen, als Hündinnen. Ich habe so natürlich keinen Vergleich, aber Buddy testet mich wirklich sehr oft aus und fragt gerne noch einmal nach, ob das Kommando wirklich so gemeint war.

Würde ich mich nochmal für einen Rüden entscheiden? Dafür habe ich eine eindeutige Antwort: Ja! Natürlich nervt mich manchmal, dass Buddy alles und jeden immer begrüßen und abchecken muss und Hündinnen hingegen, oft einfach nichts mit anderen zu tun haben wollen und daher andere Hunde ignorieren. Für mich bleibt Buddy jedoch immer mein kleiner Teddybär. Ich kann es gar nicht beschreiben, aber er hat eine ganz besondere Seele und es sind oftmals gerade seine Eigenschaften als Rüde, die ihn so einzigartig machen. Seine freundliche und zugewandte Art, wohingegen Hündinnen oft zickig und abgewandt sind. (Natürlich nicht alle!)

Dennoch würde ich gerne mal eine Hündin aufnehmen. Einfach um zu sehen, was mich auf der anderen Seite noch erwartet. Ich kann niemanden eine Empfehlung aussprechen, denn es gibt hier kein Richtig und kein Falsch. Man sagt, dass Hündinnen leichter zu erziehen wären, sich besser konzentrieren können und daher eher als Anfängerhund geeignet sind. Buddy ist mein erster Hund und wir haben es dennoch hinbekommen. Also mach dir dein eigenes Bild und hör einfach auf dein Herz.

Was sind Eure Erfahrungen mit einem Rüden? Wozu tendiert ihr oder warum habt ihr euch für einen Rüden entschieden?

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