6 Monate Babyglück

6 Monate Babyglück

Ein ganzes halbes Jahr. Wir starten in die zweite Lebenshälfte unseres Sohnes. Unvorstellbar, oder? 

Mama

Manchmal frage ich mich, ob ich das Glück habe eines von den sogenannten Anfängerbabys bekommen zu haben. Dabei hatten wir auch so viele schwierige Momente und Phasen. Drei Monate, in denen die Nächte unruhig waren und trotzdem bekam ich irgendwie immer genug Schlaf. Spätestens mit ihm auf der Couch beim gemeinsamen Mittagsschlaf. Vielleicht bin ich auch einfach nur super entspannt geworden, nehme jeden Tag wie er kommt, statt mich verrückt zu machen.

Ja, auch noch heute haben wir anstrengende, aber auch genauso viele gute Phasen. Unser, bzw. mein Alltag hat sich im Vergleich zu den ersten Monaten radikal verändert. In den ersten Monaten schlief unser Sohn tagsüber bis zu 3-4 Stunden am Stück, oftmals auf mir. Heutzutage bringe ich ihn soweit es möglich ist in sein (unser) Bett, wo er bis zu zwei Stunden ganz alleine schläft. Zeit, die ich nutze, um hier etwas für euch zu schreiben oder den Haushalt zu machen, an meinem Buch weiterzuschreiben, zu lesen…

Dennoch sind wir auch viel unterwegs. Und dann sind die Schlafphasen vielleicht anders. Doch ich habe bemerkt, dass mein Kind sich den Schlaf nimmt, den er braucht. Und wenn dann doch mal ein halbes Stündchen fehlt oder der letzte Schlaf zu lange her ist, dann geht er halt mal eine halbe Stunde früher ins Bett. Ich versuche darauf zu achten was mein Kind, egal ob zuhause oder unterwegs, braucht. Und dann gebe ich es ihm. Dafür beschenkt er mich mit einer Ausgeglichenheit, wie ich es mir nur hätte erträumen können.

Das Beste aus den Situationen machen, so lautet die Devise. Aber ich will mich auch nicht einschränken lassen. Zuhause würde mir die Decke auf den Kopf fallen, wenn ich hier gefangen wäre, nur, damit er immer seine gleiche Routine hat.

Vor der Geburt habe ich mir ebenfalls Berichte von Müttern durchgelesen, wollte immer wissen, wie der Tag abläuft, was man mit dem Kind noch machen kann. Ich habe von Müttern gelesen, die das Haus nicht verlassen können, weil das Kind unruhig, weinerlich und unzufrieden war. Und ich habe von Müttern gelesen, die unterwegs waren und einfach ihr Ding durchzogen. Ich bin beinahe überzeugt davon, dass auch eine große Packung Gelassenheit dazu gehört, ob man Mama 1 oder 2 ist.

Nun kann ich ja viel erzählen. Die, mit dem entspannten Baby. Ja, ich weiß nicht, wie es ist, wenn das Baby nicht aufhört zu weinen, egal, was man macht. Wir haben bislang immer eine Möglichkeit gefunden, ihn zu beruhigen. Aber auch unser Baby weint. Auch unser Baby ist übermüdet und braucht länger, um in den Schlaf zu finden. Er wacht bis zu 3x auf, wenn er Vor- oder Nachmittags schläft, er schreit auch mal im Auto rum, weil er nicht in den Schlaf findet oder spuckt mir den Brei um die Ohren, weil diese ätzenden Kartoffeln beim Auftauen mal wieder viel zu flockig geworden sind. Ich bin auch müde, ich bin auch genervt und mein Rücken benötigt dringend eine Massage. Nein, besser einen, der mich mal wieder einrenkt.

Aber ich versuche mich der Situation anzupassen, die Augen zu schließen, durchzuatmen und ruhig zu bleiben. Mein Kind braucht mindestens 10 Minuten länger, um in den Schlaf zu finden, wenn ich keine Zeit habe oder gestresst bin. Da hilft nur runterfahren. Vielleicht hilft es auch dir. Bist du wirklich gerade entspannt, wenn du dein Kind tröstest? Also so wirklich, wirklich?

Und es gehört auch definitiv dazu, sich nicht von anderen stressen zu lassen. Damit meine ich Personen, Bücher oder Zeitschriften, die dir vorzeigen, wie alles ablaufen sollte. Ich kann mich da nur von Bericht zu Bericht wiederholen. Es stresst ungemein, wenn man es allen und sich selbst recht machen will.

Ich mein, unser Kind schläft nach wie vor nicht durch und wie oft lese ich von anderen, dass deren Kinder bereits mit 2-3 Monaten durchgeschlafen haben. Auch auf Pinterest lese ich immer wieder von Berichten „So schläft dein Kind endlich durch“, „Vermeide diese Fehler und dein Kind schläft durch“ oder lieb gemeinte Ratschläge „Ihr solltet mal mit dem Abendbrei anfangen, dann schläft er endlich durch“ und ich denke nur… Och nö. Alles passt schon, so wie es ist. Ich habe auch aufgehört mein Kind in den Schlaf zu stillen, da ich hier ein Problem sehe, wenn wir den Abendbrei einführen. Und nun? Nun schaukle ich es in den Schlaf. Ganz böser Fehler. Das werde ich ja nie wieder los. Aber es ist für uns gerade das Einfachste. Und so lange es für dich und das Baby bequem ist, wieso nicht? Nur, weil jemand gesagt hat, dass es nicht gut ist?

Und so ist es auch, wenn wir unterwegs sind. Ich laufe oder fahre sicherlich nicht zwei Stunden durch die Gegend, damit mein Kind die zwei Stunden am Vormittag bekommt, die es sonst scheinbar benötigt. Oder hetze nach Hause. Wacht es auf, weil wir uns gerade in ein Restaurant gesetzt haben, ist es halt so. Umso besser, dann kann ich die Bedienung fragen, ob sie mir sein Brei erwärmen kann (was bisher jedes Restaurant netterweise getan hat!). Vielleicht nimmt es sich noch die halbe Stunde Schlaf auf der Rückfahrt im Auto. Und wenn nicht? Dann ist das so. Dann geht es halt abends früher ins Bett.

Mach. Dich. Nicht. Verrückt.

Gerade haben wir auch einen Handwerker im Haus, der lose Fliesen austauscht. Mein Kind hat nur 1,5 Stunden seines Schlafes bekommen, bevor er weinend aufgewacht ist, weil das ganze Haus brummt. Nun liegt er Seelenruhig auf der Krabbeldecke und spielt. Und ich? Werde mich jetzt einfach zu ihm gesellen, bevor es hier weitergeht und mit ihm die Zeit genießen. Heute eben mal eine halbe Stunde früher.

Papa

Mit jedem Fortschritt wird das Baby auch für den Papa interessanter. Nicht, dass es vorher nicht der Fall war. Dennoch denke ich, dass gerade Männer mit einem Baby, was weder lächelt, noch sonderlich viel von sich gibt, so ihre Schwierigkeiten haben.

Mittlerweile blödeln die beiden liebend gern herum. Der Papa lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen, um ihn ein Lachen zu entlocken. Kennt ihr das? Ihr redet mit eurem Mann, der gerade das Kind bespaßt und habt keine Ahnung, ob er gerade zuhört? So geht es mir täglich.

Allerdings wartet der Papa sehnsüchtig auf den Tag, wo er das Familienbett endlich auflösen kann. Obwohl wir mittlerweile das Bett an die Wand geschoben haben und ich nun in der Mitte schlafe, weil unser Sohn anfing immer nachts an seiner Decke zu zupfen oder ihm im Gesicht zu grabschen, schläft er nach wie vor etwas unruhig. Ein wenig entspannter ist es dennoch geworden.

Baby

Da kommen wir doch direkt dazu, was bei dem Kleinen alles im letzten Monat passiert ist. Der nächste Schub stand an, war aber relativ erträglich. Nur eine Erkältung verträgt sich nicht sonderlich mit einem Schub. Glücklicherweise fielen in dieser Zeit viele Termine aus, wir blieben mal zwei Wochen am Stück zuhause und konnten gemeinsam genesen. Mich hatte es in dieser Zeit nämlich auch erwischt.

Der Kleine hat super schlecht getrunken im sechsten Monat, auch der selbstgekochte Brei wurde abgelehnt. Mittlerweile sind wir wieder auf Gläschen umgestiegen. Er isst davon einfach mehr. Egal, ob Frühkarotte mit Kartoffel, Spaghetti Bolognese oder Rahm-Spinat. Vielleicht liegt es an der Konsistenz? An dem aufgewärmten flockigen Essen? Ich habe keine Ahnung. Ansonsten ist das Stillen etwas anstrengend geworden, da alles um ihm herum spannender ist und jedes Geräusch ihn ablenkt. Als ich dann noch einen Liter Ingwertee aufgrund meiner Erkältung getrunken habe, war alles vorbei. Meine Brust wurde regelrecht angeschrien und mir blieb nur die Möglichkeit erstmal alles abzupumpen. Merke: Muttermilch, die nach Ingwer schmeckt, schmeckt nicht.

Mittlerweile rollen wir uns wild in alle Richtungen, strampeln mit dem ganzen Körper, ziehen uns in Bauchlage auf die Knie und wippen nach vorn und hinten. Auch, wird alles getan, um an die Spielzeuge zu kommen. Er schafft es bereits, sich in der Bauchlage einmal im Kreis herumzudrehen. Gerobbt wird eher noch ungewollt nach hinten oder minimal nach vorn. Auch schafft er es, sich auf der Seite hochzustützen, um an irgendwas heranzukommen. So wurde dann netterweise schon die Fensterbank, die er dank unseres hohen Bettes erreichen konnte, leergeräumt. Mit seinen Händen ist er auch richtig zielsicher geworden, hämmert liebend gern auf dem Boden herum. Auch unsere Gesichter oder Hände findet er absolut spannend und kneift und grabscht da gerne rein.

Er lacht und lächelt unglaublich viel, jedoch nur bei Personen, die ihm scheinbar sympathisch sind. Ein wenig fremdelt er dann doch. Auch das ein oder andere neue Geräusch hat er für sich entdeckt. Er liebt es beispielweise, mit Zunge oder Lippen zu blubbern. Und das am liebsten mit seinem Papa. Kurz vor dem Schlafengehen. Danke auch :-D.

Die vorerst letzte Impfung haben wir auch ohne Schmerzen oder Fieber überstanden. Gottseidank. Oder auch Dank Thuja C30, denn wir geben ihm vor einer Impfung ein Kügelchen der Globulis. Die nächsten Impfungen stehen erst wieder zum Ende des ersten Jahres an.

Montags sind wir nach wie vor in einer Spielgruppe, und es ist schön zu sehen wie unterschiedlich oder auch gleich sich Babys in einem ungefähr gleichem Alter entwickeln. Ich bin wirklich dankbar für die Möglichkeit, die meine Hebamme für die Geburtsvorbereitungsgruppe bietet. Beispielweise dachte ich immer, unser Sohn wäre sehr früh dran, da viele sich noch nicht auf den Bauch drehen konnten. Dafür hat es bei uns ewig gedauert, bis er wieder zurückkam und bei den anderen ging alles gefühlt in einem Schritt. Und er fängt nun an, seine Füße zu entdecken und heranzuziehen, was andere Babys bereits viel früher gemacht haben. Was ich damit sagen möchte – jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich und alles kommt zu seiner Zeit. Spannend ist es dennoch.

Er wird immer neugieriger. Anfangs hatte ich wirklich Angst ihn zu vielen Reizen auszusetzen, denn er war etwas empfindlich. Mittlerweile möchte er in der Babyschale des Kinderwagens nicht mal mehr liegen, was mich kurzerhand dazu veranlasste, den Sportaufsatz rauszuholen. Und siehe da – Kind ist wieder zufrieden. Und nein, er kann noch nicht sitzen. Jedoch bietet unser Sportaufsatz, bzw. Kinderwagen die Möglichkeit, diesen Sitz in Liegeposition zu richten und so zu drehen, dass er weiterhin zu uns blickt.

Hund

Ich denke Buddy liebt den Kleinen. Schließlich bekommt er Leckerlis aus seiner Hand, gewollt und auch ungewollt. Er sucht nun auch öfter schwanzwedelnd die Nähe, schlabbert auch mal durch das Gesicht, was ich bedingt zulasse und lässt sich von ihm streicheln. Sobald es ihm zu viel ist, geht er aber auch weg.

Allein kann ich sie jedoch nicht lassen. Sobald der Kleine das Fell zu greifen bekommt, wird daran so fest gezogen, dass selbst der Hund irritiert ist. Und ich möchte nicht herausfinden was passiert, wenn ich nicht dabei bin, um die Hand wieder zu lösen.

Wenn ich mit dem Kleinen auf dem Boden spiele oder herumalbere kommt Buddy sofort an und bringt sein Spielzeug oder sucht meine Nähe, stupst mich an und will gekrault werden. Auch etwas, was ich zulasse und sein Spielzeug werfe. Es ist eine gewisse Eifersucht, aber ich denke es ist wichtig, auch dem Hund seine Aufmerksamkeit zu schenken, damit die Launen nicht umschlagen. Nach wie vor bin ich etwas aufgeregt, wenn der Kleine anfängt zu krabbeln. Dann ist der Hund jedenfalls nicht mehr sicher.

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