5 Monate Babyglück

5 Monate Babyglück

Alles kommt zu seiner Zeit. Zu der Zeit, in der Du und Dein Baby bereit dafür seid.

Mama

Was habe ich mir anfangs für Gedanken gemacht. Ich wollte alles wissen und hatte Angst, etwas nicht zu können oder gar zu versagen. Alles war anfangs so neu und ich so unsicher. Lese ich heute die Beiträge von vor 4-5 Monaten muss ich schmunzeln. Heute ist alles so normal geworden. Ich funktioniere einfach. Ich bin mutiger geworden. Hier läuft es nach meinen Regeln und nicht nach den Regeln der Anderen.

Immer wieder diese Anmerkungen, dass mein Baby doch alleine und nicht auf mir schlafen soll, dabei war ich gerade erst froh, dass es überhaupt ein paar Stunden schlief. Dass ich mein Baby langsam mal an sein Bett gewöhnen müsste, dabei war ich gerade erst froh darüber, dass ich es geschafft habe, dass er allein in „unserem“ Bett schläft. Oder, dass man sich früher nicht so viele Gedanken über einzelne Dinge gemacht hat, früher doch alles anders war. Ja, kann sein. Aber es ist mein Baby. Es ist meine Zeit. Es ist heute und nicht früher.

Alles kommt zu seiner Zeit. Zu unserer Zeit!

Der fünfte Monat war schön. Wir hatten gerade den Schub überstanden und unser Baby glich einem Engel. Lachen, Strahlen und bis zu einer Stunde hat er sich sogar auch mal alleine beschäftigt. Wir wurden regelrecht verwöhnt.

Das führte auch dazu, dass wir uns an unseren ersten Abend ohne Baby gewagt haben. Nur wenige Stündchen, mehr nicht. Meine Mutter hatte bereits zwei Stunden unter der Woche mal übernommen und ihn sogar alleine ins Bett gebracht, während ich zur Rückbildung musste und mein Mann im Stadion seine Mannschaft anfeuerte. Nun stand ein Geburtstag an. Wir waren etwas besorgt, ob wir den geplanten Abend auch genießen können. Es pendelte sich ein, dass die erste Langschlafphase nochmal nach ein bis zwei Stunden unterbrochen wurde.

Doch der Abend verlief reibungslos. Ich brachte ihn wie gewohnt ins Bett und versuchte ihn ausreichend zu stillen, bevor er einschläft. Drei Stunden später waren wir wieder zu Hause und ich suchte meine Schwiegermutter, die ich mit schlafenden Baby auf dem Arm im Bett vorfand. Er ist kurz bevor wir nach Hause kamen wach geworden und lies sich schnell wieder beruhigen. Alles war gut und wir haben erneut ein Stück Freiheit wiedergewonnen.

In diesem Monat endete der Rückbildungskurs und es lief alles so entspannt, dass langsam sogar Langeweile aufkam. Ich suchte nach einer Beschäftigung und meldete mich mit zwei Freundinnen zu einem Präventionskurs „Yoga mit Baby“ an. Ein bisschen was für mich. Denn auch ich, darf nicht zu kurz kommen.

Langeweile kommt tatsächlich gar nicht so häufig vor. Es gibt Wochen, da sind wir so viel unterwegs, dass ich mir jede freie Zeit freischaufeln muss. Und es letztendlich wirklich genieße, wenn einfach mal nichts ansteht.

Papa

Mit Ende des Rückbildungskurses endeten auch die gefürchteten Stunden allein mit Baby für meinen Mann. Jeden Montag habe ich unseren Sohn vor dem Kurs gestillt und er hat ihn ins Bett gebracht. Oft musste er fast eine Stunde Geschrei über sich ergehen lassen, bevor der Kleine schließlich endlich einschlief. Papa ist eben nicht Mama.

Nun könnte man sich fragen, wieso er denn nicht angerufen und mich nach Hause gebeten habe. Doch ich bin mehr als glücklich darüber, dass er es nicht getan hat. Dass er es auf sich genommen hat, auch wenn es nicht immer einfach war. Er hat mir diese Stunde geschenkt. Letztlich schlief der Kleine immer, wenn ich nach Hause kam. Auch, wenn es lange nicht so entspannt wie sonst war. 

Ich kann nur jeder Mutter empfehlen, den Mann auch mal machen zu lassen. Ihm Vertrauen zu schenken und die Chance geben, es zu schaffen. Wichtig dabei ist, das Haus zu verlassen. Denn niemals kannst du entspannt bleiben, wenn du dein Kind weinen hörst. Ja. Vielleicht wird das Kind weinen. Und vielleicht werden beide vor Stress schwitzen. Aber in diesem Moment ist das Baby nicht allein. Sein Vater ist da und versucht alles Mögliche, um ihm alles recht zu machen.

Es geht hier nicht darum. sein Kind schreien zu lassen. Vergiss nicht. Dein Kind ist nicht allein. Aber dein Mann braucht diesen Moment, dass auch er es schaffen kann. Oder möchtest du nie mehr abends das Haus allein verlassen? Momente für dich haben? Vergiss dich nicht, denn auch du bist wichtig.

Die letzte Stunde des Rückbildungskurses war vermutlich die Beste. Wie soll es auch anders sein? In diesen zwei Stunden, in denen ich weg war, schlief unser Sohn ruhig in den Armen seines Vaters sein und lies sich weglegen. Ohne Geschrei. Ohne Schweiß. Und ohne Tränen.

Baby

Der vierte Monat war ein ganz besonderer. So viel Neues passierte, dass ich gar nicht hinterherkam. Morgens lies ich ihn oft im Bett unter meiner Aufsicht nur im Body spielen. Bekanntlich haben die Babys nackt, bzw. halbnackt ein besseres Körpergefühl. Hier rollte er umher. Von einer Seite auf die andere und zum Schluss auf den Bauch. Wieder zurück schaffen wir es aktuell noch nicht, wobei er es bereits wenige Male geschafft hat. Vermutlich mehr unbewusst. Leider blockiert er sich immer mit dem Arm, aber ich bin gespannt, wann er den Dreh raus hat.

Er versucht sich außerdem, bereits auf die Knie zu ziehen oder hebt seinen Oberkörper an, wenn er auf dem Rücken liegt, um noch mehr von der Umgebung wahrnehmen zu können. Auch der Spielbogen wird zunehmend interessanter und neue Dinge werden erforscht. Auf dem Bauch spielt es sich bislang jedoch am besten, bis die Kraft weicht und lautstark gemeckert wird, damit ich ihn wieder umdrehe. Aber auch hier lasse ich ihn oft einfach machen. Gebe ihm die Zeit, auch alleine die Dinge zu entdecken und sich auszuprobieren.

Bislang war die Badewanne nicht sein bester Freund. Wir haben herausgefunden, dass ihm das Wasser einfach zu heiß war. Keine 37 Grad, wie es im Lehrbuch steht. Herausgefunden haben wir es mit einem Schwimmbadbesuch. Nach unserem Dänemarkurlaub hatten wir uns vorgenommen einmal gemeinsam ins Schwimmbad zu fahren. Und siehe da, Wasser ist gar nicht so schlimm. Nachdem nun die erste Skepsis überwunden ist, genießt er es immer mehr.

Dies veranlasste uns, Ausschau nach einem Kurs für Babyschwimmen zu halten. Nach einer Probestunde haben wir jedoch entschieden lieber allein oder mit Freunden in Schwimmbad zu fahren. Ein riesiger Aufwand, um für eine halbe Stunde im Wasser zu sein und anschließend wieder nach Hause zu fahren. Im Schwimmbad können wir alles eher nach unserem Tempo richten.

Mit Beginn des vierten Monats kann man auch mit der Beikost anfangen. Ich probierte einfach aus, ob er schon Interesse daran hat. Ich kochte und pürierte Kürbis und Karotte, füllte es in Eiswürfelbehälter und bat meinem Kind jeden Tag einen Eiswürfel mehr an. Er fand es anfangs ziemlich gut, doch als dann Reis und Pastinake dazukamen, verweigerte er das Essen. Ich machte mir, bzw. uns jedoch kein Druck und pausierte eine Woche.

In dieser Woche zeigte er zunehmend Interesse an unserem Essen und vor allem an unserem Trinken. Also starteten wir den Versuch Nummer 2. Ohne Druck und Hektik. Und dieses Mal ohne Reis. Wer bekommt sowas auch schon püriert? Seitdem nimmt er den Brei sehr gut an und in mir schleicht sich ein komisches Gefühl ein. Ist es das schon? Der Anfang vom Abstillen? Bin ich schon bereit dafür? Jedoch ist mein Ziel, es entspannt anzugehen und auf mein Bauchgefühl zu hören. Ich will ohne Zeitdruck eine Mahlzeit nach der anderen ersetzen und dabei mir und uns die Zeit geben, die wir benötigen. Denn ich habe kein Ablaufdatum fürs Stillen. Und es ist ja auch einfach so verdammt bequem.

Sein Lachen ist bisher wie eine Droge für mich. So herzlich und süß. Er ist unglaublich aktiv, babbelt und kreischt fröhlich vor sich hin und das am liebsten um 6 Uhr morgens.

Die Sorgen vom Anfang sind langsam passé. Mein Baby kommt mittlerweile überall hin mit. Egal ob Restaurantbesuch, Shoppingtrip oder halt der Schwimmbadbesuch. Natürlich achten wir darauf, dass er dennoch seine Ruhephasen erhält und wir nicht zu den Stoßzeiten losfahren. Aber auch hier gilt, einfach machen und Mut haben. Zum Ende des 5. Monats waren wir sogar mittags in einem Restaurant, wo man uns freundlicherweise den Brei erwärmte.

Hund

Hätte man mich vor Jahren gefragt, was meine schönste Vorstellung mit Baby und Hund sei, würde ich die gemeinsamen Spaziergänge nennen. Bislang ein unerfüllter Traum, aber Träume können wahr werden.

Denn mittlerweile haben wir die Leinenführigkeit so gut im Griff, dass ich mich sogar in unserem Dorf an all den bellenden Zaunhunden vorbei traue. Mit Kinderwagen oder Babytrage, wobei ich ihn mit Kinderwagen noch ein Stück besser blockieren und kontrollieren kann. Und, dass dieser Traum doch noch wahr wird, ist eines der schönsten Gefühle.

Unser Sohn zeigt nun vermehrtes Interesse an Buddy. Er versucht nach ihm zu greifen und ich versuche bereits jetzt seine Hand etwas führen, damit er ihn streichelt und nicht nach seinem Fell greift. Buddy hat auch bereits herausgefunden, dass man wunderbar Gurken und Karotten aus der Hand des Babys klauen kann. Und ja, ich lasse ihn auch mal. Denn ich weiß, dass wir es auch wieder unterbinden können.

Jedoch möchte ich, dass er unseren Sohn auch positiv verknüpft und wenn es mit Essen gelingt, dann soll es so sein. Ich habe ihn anfangs ja sehr auf Abstand gehalten, jedoch versuche ich langsam, dass die beiden eine Bindung zueinander aufbauen.

Sobald der Kleine jedoch seine beiden Arme nach dem Hund ausstreckt, geht er lieber noch weg und meidet den Kontakt. Dieses Verhalten finde ich jedoch absolut wünschenswert. Denn lieber soll der Hund zurückweichen und das Weite suchen, anstatt es als Angriff aufzufassen.

Ich bin gespannt auf die Krabbel- und Laufzeit. Bis dahin wird hier vermutlich in der Beziehung noch nicht viel mehr passieren.

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