4 Monate Babyglück

4 Monate Babyglück

Ein wirklich verrückter vierter Monat. Es ist so viel passiert, dass es mir vorkommt, als wären es zwei Monate gewesen. Viele Entwicklungsschritte, erste Feiertage und der erste Urlaub. Viel Freude und Verzweiflung, viele Hoch und Tiefs.

Mama

Rückbildung ist ein Arschloch. Das beschreibt derzeit meinen Gemütszustand bezüglich meines eigenen Körpers. Mit jedem Kilo des Babys, wird mir immer bewusster, wie viel noch zu tun ist.

Selbstverständlich macht man sich im Vorwege keine Gedanken darüber, wie lange es dauern wird, bis alles wieder an Ort und Stelle ist. Bis alles wieder so Funktionsfähig ist wie bisher. Und ich rede nicht nur von der Hose, die nach wie vor nicht zugeht. Da ist auch der Beckenboden, der unangenehm drückt, das eigene Ungleichgewicht, die fehlende Mitte oder der unangenehme Sex.

Der Körper verbringt in den 9 Monaten wahre Wunder. Die Geburt ist ein wahres Wunder. Ich würde all den Schmerz, all die anschließenden Probleme immer wieder für dieses Glück in Kauf nehmen. Aber allmählich darf gern alles wieder werden wie zuvor. Wenigstens ein bisschen.

Papa

Eine Partnerschaft ändert sich mit der Geburt eines Babys. Das ist kein Geheimnis. Der Mann ist nicht mehr die Nummer eins der Frau, sondern muss sich seinen Platz und die Zeit teilen. Keine spontanen Schäferstündchen, kein nächtelanges herumtreiben und anschließendes Ausschlafen, keine ganzen Sonntage auf der Couch vor dem Fernseher. Das alles ist nicht mehr.

Und wenn dann noch das eigene Kind anfängt zu fremdeln, sich nicht mehr vom Papa beruhigen lässt, ist das wirklich deprimierend. Fast drei Wochen ließ sich der kleine Mann nicht mehr vom Papa beruhigen, auf dem Arm fing er nach kurzer Zeit an zu weinen. Erst zum Ende des vierten Monats pendelte es sich langsam wieder ein.

Eine harte Probe für uns als Paar. Ich, die kaum noch freie und eigene Zeit hatte und der Papa, der immer unsicherer im Umgang mit dem Kleinen wurde. Wie soll man es auch verstehen, wenn man plötzlich abgelehnt wird? Wir haben durchgehalten und es immer wieder versucht. Es ist wieder besser, doch Mama bleibt die Nummer eins.

Baby

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Der vierte Monat begann mit der U4. 6700 Gramm und 64,5 cm. Schon wieder eine Kleidergröße größer und mir kamen beinahe die Tränen beim Aussortieren der Klamotten. Wo ist mein kleines Baby hin, welches sich vor wenigen Wochen kaum bewegen konnte? Mit der U4 stand auch die zweite Impfung an, dieses Mal leider mit Nachwirkungen. Erhöhte Temperatur und feuerrote Einstichstellen. Noch dazu ein kreischendes Baby, welches sich am Abend kaum beruhigen ließ.

Unsere Nächte werden auch besser und länger. Zwei Mal 5-6 Stunden Schlaf. Eine kleine Wachphase am Morgen und dennoch schaffen wir es bis circa 8 Uhr, gemeinsam im Bett zu kuscheln. Doch es wäre zu einfach, wenn es so bleiben würde.

Mit circa. 14-15 Wochen meldete sich der nächste Entwicklungsschub. Das Baby wird unruhiger, aktiver und wacher. Will wieder nur getragen werden. Doch mit dem Schub kamen auch die neuen Fähigkeiten. Er dreht sich nun liebend gern auf den Bauch, schafft es jedoch noch nicht zurück. Er greift unterschiedliche Gegenstände, dreht sich sogar auf die Seite um eines zu erreichen und hat nach „Grr“-Geräuschen nun auch das Kreischen für sich entdeckt.

Er erkundet mit seinen Augen jeden Winkel des Hauses und mir wurde auf einmal intensiver bewusst, dass er alles, was er seit seiner Geburt sieht, fühlt, schmeckt oder riecht, zum ersten Mal tut. Kurzzeitig war ich richtig Überfordert mit der Erkenntnis. Schließlich haben wir die unglaublich schöne Aufgabe, unserem Kind all das zu zeigen. Eine unfassbar große Aufgabe, die einem auch irgendwie Angst machen kann.

Die Feiertage hat er super überstanden. Wir haben in unserem Haus gefeiert, das Essen haben wir so geplant, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits schläft. Er hat etwas schlechter in den Schlaf gefunden, aber trotz der Lautstärke im Erdgeschoss wunderbar geschlafen. Silvester hat mich hingegen noch mehr überrascht. Um 11 Uhr kam er noch einmal, anschließend schließ er bis um 2/3 Uhr durch. Trotz laustarker Böller in einem wirklich hellhörigen Schlafzimmer.

Eine Woche waren wir über Silvester in Dänemark. 3 Paare, 3 Hunde und 3 Babys. An zwei Abenden fand er sehr schwer in den Schlaf und das kannte ich bisher so gar nicht. Entweder der Schub oder die komplette Reizüberflutung. Denn einen Nachmittag waren wir auch zum ersten Mal mit ihm in einem Restaurant, wo er zunächst auf meinem Schoß „lag“ und anschließend ein wenig in der Trage schlief. Stillen, Wiegen und hüpfen auf dem Gymnastikball hatte dann abends nicht in den Schlaf geholfen. Letztlich die Trage hat uns gerettet. Auch tagsüber wollte er kaum die Augen zu machen, was ich jedoch eher dem Schub oder dem ersten Zahn anlaste, da es zuhause so weiterging.

Es sind viele Ereignisse die derzeit aufeinander treffen. Also kein Wunder, dass er ein wenig Zeit benötigt, um sich wieder zurechtzufinden. Für mich bedeutet dies wieder viel Nähe und Geborgenheit bieten. Die Trage ist dabei immer unser Retter in Not und unersetzlich.

Hund

Mein Hund macht mich in Bezug auf das Baby wirklich stolz. Wenn ich darüber nachdenke wie gestresst er anfangs war, umso glücklicher bin ich über den heutigen Ablauf. Im Urlaub hat er sich durch die Babys kaum aus der Ruhe bringen lassen, eines hat ihm sogar auf die Pfoten gehauen und ist direkt zu ihm gekrabbelt. Dies hat er lediglich mit einem vorsichtigen Lecken im Gesicht begrüßt. Ansonsten hat er sogar die Nähe gesucht, sich immer wieder zu diesen gelegt und war sehr ruhig.

Jedoch ist weiterhin vorsicht geboten. Sobald ihm die Babys zu unruhig sind, kreischen oder mit ihren Eltern spielen, versucht er die Situation zu kontrollieren und rennt hin. Die anderen Babys waren jedoch 3-4 Monate älter und baten daher neue Situationen für ihn. Ich bin mir sicher, dass er sich auch daran noch gewöhnen wird.

 

Was im nächsten Monat ansteht? Der erste Schwimmbadbesuch, die erste Beikost und ganz viele neue gemeinsame Abenteuer.

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