3 Monate Babyglück

3 Monate Babyglück

Viel ist seit dem letzten Update passiert. Alles ist so normal geworden. Und doch ist dieses Leben neu. Wir können es noch immer oft nicht begreifen. Aber wir lieben dieses neue Leben, meistern jede Herausforderung und sind unglaublich dankbar und glücklich.

Mama

Der Frauenarztbesuch stand zwischenzeitlich an. Merkwürdiges Gefühl. Zuletzt hing ich dort noch am CTG und war Hochschwanger. Der letzte Termin musste ausfallen, weil der Kleine dazwischen kam. Und nun ist er einfach bereits 13 Wochen bei uns. Es geht halt wieder alles seinen normalen Gang.

Sie kontrollierte meine Rückbildung, die Gebärmutter ist wieder an Ort und Stelle, jedoch sei alles noch „Butterweich“ und ich hab noch einiges zutun. Meine Hebamme erklärte auch noch einmal im Rückbildungskurs wie wichtig das Beckenbodentraining ist. Wie sehr man sogar an der Haltung eines Menschen einen schwachen Beckenboden erkennen kann. Wirklich erschreckend. Außerdem sprachen wir über die weitere Verhütung und mir wurde von der Stillpille, von der ich aufgrund der Hormone eh Abstand nehme, abgeraten. Grund sei, dass diese depressive Phasen und Stimmungsschwankungen auslösen kann. Nein, danke. Alternativen wären Kondom, die hormonelle Spirale oder die Kupferspirale. Letztere sind jedoch recht kostspielig und können bis zu 5 Jahre drinnen bleiben.

Mein Terminkalender füllt sich derweil und ich finde kaum noch Platz. Am Montag Rückbildung, am Dienstag Babymassage, Mittwochs mein geliebter Oma-Tag und Donnerstags oft ein Frühstück mit meinen Freundinnen. Dazwischen quetsche ich dann noch andere Freunde, Verwandte, Kinderarzttermine und sonstiges. Ich nenne es liebevoll „den Freizeitstress der Mütter“.

Ich taste mich auch weiterhin vor. Längere Bummeleinheiten in der Stadt, Restaurantbesuche und Stillen im Auto auf der Rücksitzbank. Bevor es losgeht, versuche ich ihn oft noch einmal zu stillen, um ein sattes und zufriedenes Kind mitnehmen zu können. Schlafen kann er bisher glücklicherweise überall oder lässt sich wieder beruhigen. Meist durch die Autofahrt oder durch unebene Wege im Kinderwagen. Für den Notfall habe ich allerdings immer eine Trage dabei. Denn im Kinderwagen meckert er öfter, als in der Trage. Noch ein paar frische Windeln eingepackt, die Milch ist sowieso immer dabei und schon ist man Ortsunabhängig.

Kurz vor Vollendung des dritten Monates fing auch der berüchtigte Haarausfall an. Sie sind überall. In der Dusche, auf dem Kopfkissen, auf dem Fliesenboden und aufgepasst – in der Windel ?! Ich bleibe nicht verschont und die dicke Mähne verabschiedet sich. Meine Nägel sind glücklicherweise noch so fest wie bisher. Keine Brüche in Sicht, aber abwarten!

Papa

Montags, wenn ich beim Rückbildungskurs bin, passt der Papa auf den Kleinen auf. Gar nicht so einfach, denn Notfalls lässt er sich immer durch das Stillen beruhigen. Abgepumpt haben wir bereits eine Mahlzeit, aber die Flasche konnten wir noch nicht ausprobieren. So kam es auch, dass beim zweiten Kurs ein zweistündiges Schreikonzert stattfand. Eine ganz schön harte Probe für den Vater. Unsicherheit und Hilflosigkeit machte sich breit. Man fühlt sich gekränkt und abgelehnt. Schwer, es in diesem Moment nicht persönlich zu nehmen. Den darauffolgenden Montag war das Baby jedoch wieder ein kleiner Engel und schlief fest auf Papas Brust.

Dennoch gibt es Momente, wo der Vater den Platz der Nummer eins einnimmt. Nach wie vor lächelt der kleine Mann beim Papa einfach mehr und länger. Seine Stimme ist spannend und wenn Papa da ist, bin ich oft abgeschrieben. Da hat die Natur vermutlich gut vorgesorgt, damit die Bindung auch hier wachsen kann.

Den Haushalt teilen wir uns aktuell. Das Kind wird gemeinsam gebadet, beim Wickeln wechseln wir uns am Wochenende ab, ansonsten kümmere ich mich hauptsächlich um das Kind. Stehe in der Nacht uneingeschränkt auf und lasse ihn am Wochenende auch mal 1-2 Stunden länger schlafen. Denn ich komm definitiv besser mit dem Schlafmangel klar als er. 

Dass nach 13 Wochen jedoch auch Zweisamkeit mal wieder wichtig ist, haben wir recht schnell bemerkt. Man sollte sich als Paar nie verlieren. Umso schöner ist es, dass wir uns nun am Abend gemeinsame Zeiten freiräumen könnten, aber dazu gleich mehr.

Baby

Die erste Impfung stand an und mein Herz raste. Ich versuchte mir jedoch, nichts anmerken zu lassen. Man will doch stark für sein Kind sein, ihm in ängstlichen Situationen beistehen und nicht etwa die Angst vergrößern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Babys unsere Gefühle spüren und wir mit unserer eigenen Gelassenheit diese auch übertragen können. Nicht nur Vorbilder im Zeigen und Tun zu sein, sondern auch gefühlstechnisch einen kühlen Kopf zu bewahren.

Mit den drei Monaten enden oft die sogenannten Dreimonatskoliken. Laut meinem Kinderarzt vereinzelnd sogar erst nach vier oder fünf Monaten, worauf er einen bösen Blick von mir erntete. Aber ja, was soll ich sagen. Die Nächte sind pünktlich zum dritten Monat wirklich viel entspannter geworden. Die Bauchschmerzen sind nicht komplett weg, ab vier oder fünf Uhr wird die Nacht/der Morgen unruhiger. Davor ist es eigentlich relativ entspannt. Schafft circa zweimal hintereinander vier Stunden am Stück und ausgeschlafen hat er um halb acht. Ich habe mir jedoch wieder angewöhnt, ihn die ersten beiden Male im sitzen zu stillen. Zwar knickt ständig mein Kopf vor Müdigkeit weg, jedoch trinkt er glücklicherweise nicht mehr so lange. Sofern ich ihn nämlich im Liegen stille, schläft er mir zu schnell wieder ein und ich mit ihm, so dass er auch logischerweise früher wieder Hunger hat. 

Ich habe mir immer gesagt, dass ich den Kleinen erst alleine schlafen lege, sobald er durchschläft. Mehr als vier Stunden sind es jedoch nie so wirklich geworden und ich merkte nach einiger Zeit, dass er bereits gegen 18 Uhr müde wurde und noch eine Schlafphase hatte. Bevor er also jeden Abend noch 1-2 Stunden bei uns unten schläft, habe ich einfach eines Abends versucht, ihn gegen 18:00/18:30 Uhr wie gewohnt im Bett in den Schlaf zu stillen. Und es funktioniert. Fast pünktlich schläft er nun jede Nacht um circa 19:15 Uhr nach, bzw. beim Stillen ein und ich kann mich davon schleichen. Oft hat er sogar nochmal seine Augen geöffnet, sich gestreckt und gereckt, bis er von alleine wieder ohne mich eingeschlafen ist. Und wir, wir haben endlich wieder einige Stunden nur für uns. Oder ich mal für mich.

Jeder Fortschritt ist für uns ein Wunder. Aktuell hält er immer besser seinen Kopf, dreht sich nachts bewusst auf die Seite, fängt langsam an zu greifen und sich seine Hände oder Dinge in den Mund zu schieben und unterhält uns mit seinen Geräuschen. Fortschritte bringen allerdings auch Nachteile mit sich. Das Stillen ist unruhiger geworden, sofern die Außenreize interessanter sind. Da wird dann auch mal abgedockt, den Kopf gedreht und Mama angelächelt. Die Milch läuft dann gern mal weiter, aber böse kann man ihm nie sein. Die Bäuerchen klappen immer besser und eine Babymassage entspannt das Bäuchlein. Er ist ein Engel und wir genießen die Ruhe, vor dem nächsten Schub.

Weglegen kann ich ihn jedoch nach wie vor nicht. Beziehungsweise schläft er dann mit Glück tagsüber eine Stunde, bevor er aufwacht und nervös wird. Auf mir kommen wir auf bis zu 2-3 Stunden. Also gebe ich ihm die Zeit und die Nähe, die er scheinbar benötigt. Ja, auch ist es irgendwie eine gewisse Bequemlichkeit, wenn man weiß, dass es so klappt. Natürlich habe ich so einige Sprüche bisher dafür ernten dürfen. Aber ich handel nach meinem Bauhgefühl. Doch sobald er wach ist kann ich ihn weglegen und nutze dafür gerne den Laufstall oder beim Essen, den Hochstuhl. Zeit für mich den Haushalt zu erledigen, mir etwas zu essen zu machen oder sonstiges Bedürfnissen nachzukommen.

Ich weiß nicht wie es ist, wenn man ein Schreibaby hat. Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn man sein Baby nicht beruhigt bekommt, egal was man versucht. Bei uns hilft spätestens das Stillen, denn einen Schnuller nimmt er nicht. Was ich jedoch weiß, ist, dass ich deutlich entspannter und ruhiger geworden bin, seitdem ich mich auf die Bedürfnisse meines Babys einlasse und mir keinen Stress um die Dinge mache, die dabei draufgehen oder liegen beiben. Vielleicht sieht mein Haus nicht aus wie geleckt, auch meine Fenster muss ich tagtäglich ausblenden, sonst würde ich die Krise bekommen. Jedoch entsteht Stress doch nur, wenn man sich stressen lässt.

Hund

Eine Kategorie, die sich von euch gewünscht wurde. Wie steht es zu dem Thema Hund und Baby? Ich persönlich finde, dass unser Hund sich langsam sehr gut mit der neuen Situation engagiert hat. Er ist nicht mehr gestresst und hat das Kind in vielen Situationen bereits positiv verknüpft.

Sobald wir auf der Krabbeldecke spielen, bringt unser Hund sein Spielzeug und wir spielen ebenfalls mit ihm. Und wenn wir unserem Kind eine Jacke oder seinen Overall anziehen, wird das Baby freudig an der Hand abgeleckt, denn dann geht es meist gemeinsam an die frische Luft.

Er ist neugierig, aber noch vorsichtig. Doch die Abneigung, beziehungsweise Angst, lässt immer mehr nach.

Ich bin weiterhin froh, dass ich hier Unterstützung durch meine Schwiegermutter habe, die beinahe täglich eine große Runde mit dem Hund übernimmt. So erhält er auch weiterhin seine Bewegung und vor allem Aufmerksamkeit, die er benötigt. Es ist schon schwer genug mit dem Baby Termine zeitlich zu planen und einzuhalten. Tage, an denen ich mich zusätzlich um den Hund kümmern muss, verlaufen definitiv weniger entspannt ab.

Ich plane im Frühjahr wieder mit unseren Hundesport, dem Longieren, weiterzumachen. Und vermutlich auch ohne Baby, damit wir unsere gemeinsame Zeit haben und er meine volle Aufmerksamkeit erhält.

 

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